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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-71436
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7143/


Kellner, Corinna

Die hyperkinetische Störung im Kindesalter : Pilotstudie zur Differenzierung zwischen „normaktiven“ und „hyperaktiven“ Kindern anhand ihres Bewegungsverhaltens

The attention deficite disorder (ADD) in childhood : a comparing analysis of movement behaviour in average-active and hyperactive children

Dokument1.pdf (1.365 KB) (md5sum: b63ace5eabf79d56cc4fcc42ebd1d55c)

Kurzfassung in Deutsch

Diese Pilotstudie untersucht, ob und in welchen Bereichen sich das Bewegungsverhalten normaktiver und hyperaktiver Kinder unterscheidet. Hierzu wurde ein Kategoriensystem entwickelt und getestet. Die für diese Studie relevanten Kategorien enthielten Codierungen für mobile Körperbewegungen (Lokomotion) und Codierungen für stationäre Körperbewegungen (Topomotion). Änderungen im Bewegungsverhalten und hyperaktive Symptomatik sollten sich besonders unter dem Einfluss wechselnder Umweltfaktoren zeigen. Hierfür wurde ein standardisierter Untersuchungsablauf mit systematisch wechselnden Kontextbedingungen entworfen. Nach diesen Kontextvariablen wurde der Untersuchungsablauf in verschiedene Phasen unterteilt. Die Untersuchung wurde bei neun als hyperkinetisch diagnostizierten Kindern und bei acht Kindern mit anderen psychiatrischen Störungen videografisch dokumentiert und analysiert. Dafür wurde das Bewegungsverhalten softwaregestützt erfasst und über den Gesamtverlauf und die Phasenabfolge ausgewertet.
Folgende Unterschiede wurden festgestellt:
1. Die hyperaktiven Kinder bewegten sich teilweise hochsignifikant mehr und zeigten in höherem Ausmaß besondere Bewegungsaktivität.
2. In der Abfolge der Phasen ließen sich bei beiden Gruppen Verlaufsprofile ausmachen.Diese verliefen durchaus vergleichbar, jedoch bei den hyperaktiven Kindern ausnahmslos auf höherem Aktivitätsniveau, d.h. mit einem Zuwachs an qualitativen wie quantitativen Veränderungen bzgl. Topomotion und Lokomotion.
3. Die Kontextvariablen wirkten sich unerwartet auf das Bewegungsverhalten aus: Beide Gruppen zeigten im sozialen Kontakt weniger Lokomotion, aber mehr und auffälligere Topomotion ,als in den Solophasen, in denen die Kinder allein im Testraum waren. In den Solophasen drehte sich mehrheitlich dieses Verhältnis zugunsten mehr Lokomotion und weniger sowie unauffälligerer Topomotion um.
4. In der Anforderungsphase lassen sich die beiden Gruppen am besten unterscheiden, weil die Unterschiede in Lokomotion und Topomotion sehr deutlich werden. Zwar steigt bei beiden Gruppen die Aktivität, die Kinder der HKS-Gruppe waren aber zum Teil hochsignifikant aktiver als die Kinder der Kontrollgruppe.
5. Soziale Entspannungssituationen haben auf hyperaktive Kindern einen gegenteiligen Effekt: Sie präsentierten mehr und auffälligere Topomotion als in allen anderen Phasen. Die normaktiven Kinder zeigten insgesamt geringere Lokomotion und weniger aber auffälligere Topomotion.
Studiendesign und Kategoriensystem erwiesen sich als geeignet, Unterschiede zwischen normaktiven und hyperaktiven Kindern herauszustellen. Die gewonnenen Daten und Ergebnisse sollen in Folgestudien zur Entwicklung eines Screeninginstruments verwendet werden.


Kurzfassung in Englisch

This pilotstudy explores if and in which items there are differences in the movement behaviour of average-active an hyperactive children Therefor a categorizing system was developed an tested. The categories relevant for this study contained codifications for mobile bodily elements (Lokomotion) as well as codifications for stationary bodily movements like fidgeting (Topomotion). Especially under the influence of variable environmental factors changes in movement behaviour and hyperaktive symptomatology were exspected to show up. For this purpos a standarized schedule of situations with systemically rotating context conditions was designed. According to these context variablesthe situations was seperated in different phases. The study done with nine children diagnosed as hyperaktive and eight children showing other psychiatric disorders, was documentes and analized by using video cuts of selected scenes. Software aided the movement patterns werde compartementalized in their basic elements and analized over the course of the whole explortation and the several phase sequences. Differences were found as following:
1. In some cases the hyperaktive children moved significantly more and showed a higher level of movement activity.
2. Over the chronology of phases both groups showed characteristical profiles. For both groups these profiles werde similar but within the hyperaktive group the activity level was wihout exception higher. This means there was an increase of qualitative and quantitative variances concerning Topomotion and Lokomotion.
3. The context variables affected the movement behaviour in an unexpected way. During social interaction both groups showed less lokomotion but more and more remarkable topomotion than during the solophases. During the solophases this ratio changed in most cases to a higher level of lokokomotion and less and less remarkable topomotion.
4. in the requestphase the differences between the groups got to the max and enabled to seperate the groups most clearly. Though both groups showed a higher level of activity than in the other phases, most children belonging to the ADD-Group showed a much higher level of activity than the reference-group.
5. Situations with social relaxing character have a counter effect on hyperaktive Children. They showed more as well as more remarkable topomotion than on all the other phases. Alltogether the average-aktive children showed lower lokomotion but more peculiar topomotion .
The category system and the design of the study seems to be qualified to show differences in the movement behaviour of average-aktive and hyperaktive children. The data collected and the results ought to be used in further studies to develop a screening tool.


SWD-Schlagwörter: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom , HKS , Hyperkinese , Bewegungsverhalten , Verhaltensbeobachtung
Freie Schlagwörter (deutsch): Videoanalyse , videogestützte Verhaltensbeobchtung , Hyperaktivität
Freie Schlagwörter (englisch): ADD , video supported Analysis , motion behaviour
Institut 1: Institut für Psychologie
Institut 2: Medizinische Soziologie
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Haug-Schnabel, Gabriele (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.12.2008
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 13.01.2010
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