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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-7307
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/730/


Boesten-Stengel, Albert

Über den Zusammenhang von Stil und Bedeutung in der Malerei Giorgiones

Dokument1.pdf (22.218 KB) (md5sum: 1d0a3ee0a323e5c0a7a8a90cc92b1e1c)

Kurzfassung in Deutsch

Vasari (1568) apostrophierte Giorgione (1478-1510) als den ersten Maler der 'maniera moderna' in Venedig, zeigte sich gleichwohl irritiert über die vermeintliche Unverständlichkeit von Giorgiones öffentlichen Freskenbildern am Fondaco dei Tedeschi. Nicht weniger Kopfzerbrechen bereiteten modernen Autoren die Aufzeichnungen des Venezianers Marcanton Michiel (1521-43) mit ihren knappen und singulären Gemäldetiteln, so daß Giorgiones 'La tempesta' ('Das Gewitter, Venedig, Accademia) und die 'Drei Philosophen' (Wien, Kunsthistorisches Museum), wie sie nach Michiel genannt wurden, in der neueren ikonologischen Literatur die Rolle unaufgelöster Rätselstücke behaupten, als wären sie das Ergebnis absichtlicher Verschlüsselung oder Verschleierung des Themas. Die vorliegende Untersuchung begegnet dem mit typengeschichtlichen Analysen. Sie erschließen exemplarisch an Giorgiones 'Judith' (St. Petersburg, Eremitage) seinen Stil der Bilderfindung. Der Künstler folgte zunächst einem aus der Andachtsbildmalerei vertrauten Verfahren: Aus einem erzählerischen Bildthema wird, durch Herauslösung einer Figur, aber Beibehaltung von Gesten und Attributen, die an ihre ikonographische Herkunft erinnern, ein 'kontemplatives' Andachtsbild. Giorgione verstärkte darüber hinaus solche Züge oder führte sie allererst ein, die eine sichtbare Affinität zu Bildformeln anderer Thematik herstellen. So werden bekannte Bildthemen in neuer Gestalt, aber auch neue Themen nach vertrauten Mustern erfunden. Gewollte Verschlüsselung setzt die Vorgehensweise nicht voraus, und es gibt auch keine Belege dafür. Typengeschichtliche Analyse der Bilderfindungen erlaubt vielmehr, zu Michiels Bildtiteln zurückzukehren und ihr spezifisches Verständnis der Kunst Giorgiones zu erkennen. Dabei erweist sich die verschollene, von Michiel als Frühwerk des Malers bezeichnete 'Geburt des Paris' als wohl eines der ersten Beispiele dieser mythologische Themen in Anlehnung an christliche Bildtypen aktualisierenden Manier.


SWD-Schlagwörter: Kunstgeschichte <Fach> , Giorgione / Drei Philosophen , Giorgione / Gewitter
Freie Schlagwörter (deutsch): Giorgione / Judth
Freie Schlagwörter (englisch): Giorgione
Institut: Kunstgeschichtliches Institut
Fakultät: Philosophische Fakultät I (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Malerei
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Forssman, Erik (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.02.1987
Erstellungsjahr: 1986
Publikationsdatum: 24.06.2003
Bemerkung: Die vorliegende Fassung meiner Dissertation wurde für die elektronische Publikation durchgesehen und bearbeitet. Im einem Nachwort erörtere ich nach 1986 erschienene Beiträge zum Thema mit Blick auf die Aktualität der Ergebnisse meiner Untersuchung.
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