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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-75576
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7557/


Lauer, Jörn

Bedeutung der Alkoholkonsummarker Ethylglucuronid und Ethylsulfat und deren retrospektive Anwendung in einer klinischen Studie zur medikamentenunterstützten Alkoholentwöhnungstherapie

The importance of the alcohol markers ethyl glucuronide and ethyl sulfate and their retrospective application in a clinical study of drug supported therapy of alcohol withdrawal

Dokument1.pdf (471 KB) (md5sum: 3d03dc27e6891057cb31a5d0ae747e33)

Kurzfassung in Deutsch

Ethylglucuronid (EtG) wurde bereits früher in Serum, Urin, Haaren und in Leichengewebe nachgewiesen und hat sich als spezifischer Marker für vorausgegangenen Alkoholkonsum etabliert. In dieser Arbeit wurde erstmalig Ethylsulfat (EtS) gemeinsam mit Ethylglucuronid aus Serum von 21 Probanden (insgesamt 105 Proben) zur retrospektiven Beurteilung von Alkoholkonsum in einer drei-monatigen klinischen Medikamentenstudie mit alkoholkranken Probanden bestimmt. Es zeigte sich eine gute Korrelation zwischen Ethylglucuronid und Ethylsulfat (p < 0,001), wobei die zusätzliche Bestimmung von Ethylsulfat nur in einem Fall einen zusätzlichen Informationsgewinn erbrachte.
Im Verlauf des 12-wöchigen Versuchszeitraums ergaben sich bei den Probanden der Verumgruppe tendenziell abfallende Konzentrationen. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der Studie, die signifikant niedrigere γ GT Konzentrationen im Verlauf aufzeigte und mit zusätzlich ermittelten CDT-Konzentrationen, die ebenfalls im Verlauf der Studie abfielen. Eine Korrelation von EtG und EtS mit CDT ergab sich jedoch nicht.
Weiterhin wurden von 38 Probanden (20 Verum, 18 Placebo) Blutserumproben während der Topiramatstudie zu unterschiedlichen Zeitpunkten (0 – 12 Wochen) auf Ethylglucuronid analysiert. In der Placebogruppe konnte in 57 % der Proben EtG nachgewiesen werden. In der Topiramatgruppe wurde EtG in 24 % der Proben nachgewiesen.
Eine weitere Tendenz wurde durch Betrachtung von Mittelwerten der ersten bzw. letzten beiden Proben herausgearbeitet. In der Verumgruppe zeigte sich bei 50 % der Probanden eine Reduktion und bei 10 % eine Erhöhung der Mittelwerte im Verlauf. Bei 40 % der Probanden wurde zu keinem Zeitpunkt EtG nachgewiesen. In der Placebogruppe konnte bei 40 % der Probanden eine Reduktion und bei 50 % eine Erhöhung der Mittelwerte im Verlauf aufgezeigt werden. Bei einem Probanden (ca. 5 %) ergab sich keine Veränderung der Mittelwerte, und ein weiterer Proband (ca. 5 %) hatte zu keinem Zeitpunkt nachweisbare EtG-Konzentrationen.
Tendenziell enthielten die Proben der Gruppe mit Topiramat-Medikation geringere EtG Konzentrationen, bzw. es wurde weniger häufig EtG nachgewiesen.
Durch die zusätzliche Bestimmung von Ethylglucuronid konnten bei ca. 10 % der untersuchten Probanden falsche Angaben im MALT bei negativem Nachweis von CDT aufgedeckt werden. Unter diesem Gesichtspunkt müssen die Angaben der Probanden bezüglich ihres Trinkverhaltens neu bewertet werden.


Kurzfassung in Englisch

Ethyl glucuronide (EtG) had been already proven earlier in serum, urine, hair and corpse tissue and was established as a specific marker for preceded alcohol consumption. In this dissertation ethyl sulfate (EtS) was detected for the first time together with ethyl glucuronide out of serum from 21 test persons (overall 105 samples) to retrospectively evaluate the alcohol consumption in a three month clinical medicine study with alcoholics. A good correlation showed up between ethyl glucuronide and ethyl sulfate (p < 0,001), whereby the additional detection of ethyl sulfate led only in one case to additional information. Within this study, that lasted 12 weeks decreasing concentrations for EtG and EtS were detected in the verum group compared with the placebo group. This fits to the results of the study which showed significantly lower γ-GT concentrations in the process and with additionally determined CDT concentrations, which also decreased during the study. However a correlation between EtG and EtS with CDT did not result. Furthermore blood serum samples from 38 test persons (20 verum, 18 placebo) were analized on ethyl glucuronide during the topiramat study at different times (0- 12 weeks). As a result EtG was detected in 57% of the placebo group samples. Within the topiramat group EtG was detected in 24% of the samples. Another trend could be shown by comparing the average of the results of the first two samples respectively the last two samples of the lasted 12 weeks study. A reduction of the average could be figured out in 50% of the verum group and in 10% an increase of the average, and 40% of the test persons did not show positive results of EtG at any time. In the placebo group, 40% of the test persons showed a reduction and 50% an increase of the average during the study process. One test person (5%) had no change of the average and one test person (5%) did not show positive results of EtG at any time. Tendencially the samples of the group with topiramat medication contained less EtG concentration, respectively EtG was detected less frequently. The additional detection of EtG discovered in 10% of the examined persons wrong data in MALT with negative CDT concentrations at the same time. Therefore the data of the test persons concerning their drinking behavior has to be evaluated again.


SWD-Schlagwörter: Alkoholkonsum , Biomarker
Freie Schlagwörter (deutsch): Ethylglucuronid , Ethylsulfat , Alkoholkonsummarker
Freie Schlagwörter (englisch): etyl glucuronide , ethyl sulfate , biomarkers
CCS Klassifikation J. Compute
Institut: Inst. für Rechtsmedizin
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Weinmann, Wolfgang (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.04.2006
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 16.06.2010
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