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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-75861
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7586/


Chachanidze, Kathrin

Zerrbilder des Weiblichen und Jüdischen: Das Andere in Texten Ljudmila Ulickajas und Mariam Juzefovskajas

Distorted images of the female and the Jewish: the other in texts by Lyudmila Ulickaya and Mariam Yuzefovskaya

Dokument1.pdf (2.082 KB) (md5sum: cc9eb2475e8f62b707617297d615c7fd)

Kurzfassung in Deutsch

Im Mittelpunkt der Arbeit von Kathrin Chachanidze stehen die Interdependenzen zwischen weiblicher Autorschaft und russisch-jüdischer Identität im postsowjetischen Raum; einer Identität, die sich als hybrides Gebilde zwischen Macht und Ohnmacht, Anerkennung und Ablehnung, Integration und Ausgrenzung behaupten muss. Anhand exemplarischer Texte von Ljudmila Ulickaja (Sonečka 1992, Kazus Kukockogo 2000) und Mariam Juzefovskaja (Kamni 1993, Puti neispovedimye 2003) erforscht die Verfasserin in interdisziplinärer Methodenvielfalt die (Zerr-) Bilder weiblicher und jüdischer Identitäten, die als das Andere markiert die Literatur der Autorinnen beherrschen und zunächst die dichotomischen Stereotype des Weiblichen und Jüdischen bestätigen. Damit verweisen die Texte auf die Wirklichkeitsmacht solcher Bilder für das stigmatisierte Subjekt, die Abhängigkeit des Anderen von den Fixierungen der normsetzenden Umgebung.
Dahinter zeigt sich aber auch eine Tendenz zur Zerstörung der Bilder vom Anderen; die Suche nach Fluchträumen und Ersatzwelten macht die Not des Subjektes jenseits der Zuschreibungen sichtbar und offenbart eine Leerstelle, eine fehlende Authentizität des Weiblichen und Jüdischen angesichts der traumatischen Auslöschung jedweder Differenz im totalitären Staate.
Die Verfasserin zeigt in ihrer Arbeit, wie die Erfahrung des Andersseins in einem totalitären Kontext unter ganz konträren Vorzeichen literarisch verarbeitet werden kann.


Kurzfassung in Englisch

The central thesis of Kathrin Chachanidze’s work is the interdependency between female authorship and Russian-Jewish identity in a postsoviet reality; an identity, that asserts itself as a hybrid of power and powerlessness, approval and disapproval, integration and exclusion. On the basis of exemplary texts by Lyudmila Ulickaya (Sonechka 1992, Kazus Kukockogo 2000) and Mariam Yuzefovskaya (Kamni 1993, Puti neispovedimye 2003) and using an interdisciplinary approach, Chachanidze explores the (distorted) images of Female and Jewish identities, that – marked as the Other - dominate the literary works of the writers and initially confirm the dichotomic stereotypes of the Female and the Jewish. Thus, these texts refer to the powerful effect of such images for the stigmatized subject, the dependency of the Other upon the fixation of the majority’s norms.
Behind that, however, a tendency to destroy the images of the Other appears; in the search for refuge and substitute worlds the distress of the subject beyond mere labels becomes apparent and reveals a void, a missing authenticity of the female and the Jewish in the face of the traumatic annihilation of all difference in the totalitarian state.
The author shows in her work how the experience of being different in a totalitarian context can be turned into literature under completely contrary conditions.


SWD-Schlagwörter: Ethnische Identität <Motiv> , Sexuelle Identität
Freie Schlagwörter (deutsch): russisch-jüdische Literatur , postsowjetische Literatur , weibliches Schreiben , Identität und Alterität
Freie Schlagwörter (englisch): russian-jewish literature , postsoviet literature , women writing , identity and otherness
Institut: Slavisches Seminar
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Literatur in anderen Sprachen
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Cheauré, Elisabeth (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.06.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 23.06.2010
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