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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-76419
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7641/


Habrom, Matthias

Einfluss der Indikationsstellung zur Koronarangiographie auf Interventionsquote und Anzahl an Normalbefunden

The influence of the indication for coronary angiography on intervention rate and number of Normal

Dokument1.pdf (4.128 KB) (md5sum: 08e501a608de622cee486bb158ee62f7)

Kurzfassung in Deutsch

Einleitung:
In den westlichen Industrieländern stellt die Koronare Herzerkrankung noch immer die häufigste Todesursache dar [31, 95]. Leitsymptom dieser Erkrankung ist meistens eine Angina Pectoris Symptomatik, die auf einer Durchblutungsstörung des Myokards beruht.
Die Koronarangiographie ist als diagnostische Methode in der Lage, genaue Aussagen über den Zustand der Herzkranzarterien zu liefern. Mit ihr lässt sich die Diagnose einer KHK sichern oder ausschließen sowie das Ausmaß einer neu aufgetretenen oder länger bestehenden KHK beurteilen. Sie dient dem Arzt bei der Entscheidung, ob keine Behandlung notwendig ist, ob konservativ vorgegangen werden kann oder ob eine Revaskularisation (Wiederherstellung des notwendigen Blutflusses) in Form einer Katheterintervention oder eines herzchirurgischen Eingriffs indiziert ist [12]. Die Ballondilatation und die Stentimplantation (international gebräuchlich ist der Sammelbegriff PCI) sind besonders häufig eingesetzte Revaskularisationsmethoden. Die Erfolgsquoten der PCI (Verringerung der Stenose auf unter 50%) liegen zwischen 90 und 95%.
Nachdem in den letzten Jahren die Therapie mittels PCI erheblich sicherer wurde, ist die Anzahl an Koronarangiographien und Katheterinterventionen vor allem auch in Deutschland stark gestiegen.
Hierbei muss man sich fragen, ob diese hohe Anzahl an Herzkatheteruntersuchungen im internationalen Vergleich noch gerechtfertigt ist, da Deutschland eine Spitzenposition einnimmt.
Ebenso stellt sich der Verdacht einer eher unkritischen Indikationsstellung, da deutliche Unterschiede in regionaler und nationaler Anwendungshäufigkeit dieser Eingriffe bestehen.
Daher wurde am Ostalb-Klinikum Aalen in Kooperation mit dem Medizinischem Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein Qualitätsprojekt entwickelt, in dem die Indikationsstellung zur Koronarangiographie als wichtiges Qualitätsmerkmal in den Vordergrund gestellt wird. Ziel dieses Qualitätsprojektes ist es, eine „hohe Trefferquote“ d.h. einen hohen Anteil an Patienten mit behandlungsbedürftigen Herzkranzarterien im Herzkatheterlabor zu erreichen, um somit die Anzahl an Normalbefunden und vermeidbaren Koronarangiographien zu senken.
Zusammenfassung:
In den Jahren 2003 bis 2007 wurden am Ostalb-Klinikum Aalen 10075 Koronarangiographien durchgeführt, wobei sich im nationalen und internationalen Vergleich eine ähnliche Geschlechts und Altersstruktur zeigte.
Mit Hilfe dieser retrospektiven Datenanalyse konnte gezeigt werden, dass eine sorgfältige und strenge Indikationsstellung zur Koronarangiographie eine hohe Trefferquote erreicht und somit zu einer hohen Interventionsquote führen kann. Gleichzeitig nimmt die Anzahl an Normalbefunden ab.
Insgesamt lag die Interventionsquote am Ostalb-Klinikum Aalen mit 57,1% sowie die PCI-Quote mit 45,9% deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt. Durch adäquate Indikationsstellung ließen sich vermeidbare Untersuchungen verringern. Die gestellten Indikationen zur Koronarangiographie wurden durch externe Prüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherer kontrolliert und mittels Stichproben verifiziert.
Außerdem zeigte sich, dass die Interventionsquote bei jungen Patientinnen mit vorhandenem Ischämienachweis niedriger liegt als in der Gruppe, in der von vornherein kein Ischämienachweis durchgeführt bzw. nachgewiesen wurde.
Somit stellt sich hier die Frage, welche Untersuchungsmethode für jüngere Frauen sinnvoll ist, eine relevante Ischämie nachzuweisen
Allerdings wird man sich dennoch im Zweifelsfall zu einer Invasivdiagnostik entscheiden, da nur die Koronarangiographie immer noch die einzige Methode ist, um die koronaren Arteriosklerose visuell und den Grad der Stenose darzustellen und eine Intervention in gleicher Sitzung durchzuführen.


Kurzfassung in Englisch

Introduction:
In the western industrialized countries, coronary heart disease is still the most common cause of death.
Coronary angiography is to be delivered as a diagnostic method capable of accurate predicate about the situation of the coronary arteries. It can be used to exclude the diagnosis of CHD or secure, and assess the extent of a new onset or more existing CHD. It guides the physician in determining whether any treatment is necessary, whether it can be taken if a conservative or revascularization in the form of a catheter intervention or cardiac surgery is indicated. The balloon dilation and stent implantation (used internationally is the collective term PCI) are most often used. The success rates of PCI (reduction of stenosis to less than 50%) are 90-95%.
Having in recent years, the treatment with PCI was significantly safer, the number of coronary angiograms and catheter interventions has grown particularly strong in Germany.
Here you have to wonder whether this high number of cardiac catheterization in the international comparison is not justified, as Germany holds a leading position.
Similarly, there is a suspicion of a rather uncritical indication, as there are marked differences in regional and national frequency of application of these interventions.
Therefore, the Ostalb-Klinikum Aalen in collaboration with the Medical Service of the Health Insurance (MDK) is a quality project developed in which the indication is provided to coronary angiography as an important quality characteristic in the foreground. The aim of this quality project is a "high score" that is a high proportion of patients requiring treatment with coronary arteries to achieve in the cardiac catheterization laboratory, in order to reduce the number of normal findings and preventable coronary angiograms.
Summary:
In the years 2003-2007 at the Ostalb-Klinikum Aalen 10075 coronary angiograms were performed, and appeared in national and international comparison, a similar sex and age structure.
With the help of this retrospective data analysis showed that a careful and strict indications for coronary angiography a high hit rate achieved and can thus lead to a high intervention rate. At the same time as the number of normal.
Overall, the intervention rate was at the Ostalb-Klinikum Aalen, at 57.1% and 45.9% with PCI-rate significantly higher than the national average. Adequate indication could be reduced avoidable investigations. The indications for coronary angiography were made by external auditors checked the medical service of health insurers and verified by sampling.
Also showed that the intervention rate lower in young patients with myocardial ischemia is present as existing in the group that was in place from the outset, no ischemia or proven.
Thus, this raises the question of which stress test is useful for younger women to prove a relevant ischemia


SWD-Schlagwörter: Koronarographie , Indikation , Normalwert , Angemessenheit , Bare-Metal Stent , Drug-eluting Stent , Stent , Qualitätskontrolle , Qualitätssicherung ,
Freie Schlagwörter (deutsch): Interventionsquote , Indikationsstellung , Normalbefunde , Medizinischer Dienst der Krankenversicherung
Freie Schlagwörter (englisch): intervention rate
Institut: Dekanat Medizinische Fakultät
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Solzbach, Ulrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 29.06.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 27.07.2010
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