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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-77203
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7720/


Zachow, Susanne

Entfernungssehen beim Schützenfisch - welche Tiefenreize werden zur Beutelokalisation genutzt?

Dokument1.pdf (931 KB) (md5sum: 7ed33a3a063ef177a35d95427100827c)

Kurzfassung in Deutsch

Das spezielle Jagdverhalten der Schützenfische erfordert ein optimiertes Sehen, das eine präzise Entfernungsmessung einschließt. Für die Tiefenwahrnehmung stehen verschiedene Mechanismen zur Verfügung; welche davon der Schützenfisch nutzt, ist allerdings noch völlig unklar. In der vorliegenden Arbeit sollte deshalb untersucht werden, wie Schützenfische die Entfernung eines Beuteobjektes bestimmen.
Es konnte gezeigt werden, dass die Schussbereitschaft der Fische mit zunehmender Objekthöhe abnimmt. Sie schiessen seltener auf weiter entfernte Objekte und benötigen auch mehr Zeit bis zur Schussabgabe. Die Befunde weisen auf ein differenziertes Entfernungssehen hin. Weiterhin kann darauf geschlossen werden, dass Schützenfische Objektüberdeckungen richtig interpretieren können, denn sie erkennen ein Hindernis, das sich in der Schussbahn befindet und schwimmen zur Schussabgabe in eine Position aus der sie keinen Sichtkontakt mehr haben, das Objekt aber treffen können. Die Treffsicherheit der Schützenfische auf Objekte in gut erreichbaren Höhen ist außerordentlich hoch und auch bei ausschließlich monokularer Sicht nicht beeinträchtigt. Durch mehrmaliges Vor- und Zurückschwimmen induzierte Pendelbewegungen weisen hierbei auf den Gebrauch von Bewegungsparallaxe hin.
Um eine Nutzung binokularer Reize zu prüfen, wurden zwei identische nebeneinander angeordnete Objekte präsentiert, die durch Ausblendung lateraler Netzhautbilder zur Wahrnehmung eines Phantomobjektes vor der realen Bildebene führen sollten. Die Versuche zeigen, dass die Fische das Scheinbild sehen, ihre Beute also binokular anvisieren. Das Schussverhalten lässt allerdings darauf schließen, dass die Entfernung zu den realen Objekten gemessen wird. In Situationen, in denen monokulare mit binokularen Tiefenreizen konkurrieren, lässt das intermediäre Verhalten dagegen keine eindeutigen Schlüsse zu.
Es scheint also, dass weder binokulare Disparität noch Bewegungsparallaxe als alleinige Mechanismen zur Entfernungsmessung dienen. Wie aufgrund der vorliegenden Ergebnisse vermutet werden kann, nutzen Schützenfische verschiedene Tiefenreize, wobei außerdem – wenn auch eher unwahrscheinlich – die Verwendung von Akkommodation zu berücksichtigen ist. In diesem Fall wäre eine Identifikation der einzelnen Mechanismen schwierig, weil die Aussschaltung eines einzelnen Tiefenreizes durch die anderen kompensiert werden kann.


SWD-Schlagwörter: Tiefensehen , Entfernungsmessung
Freie Schlagwörter (deutsch): Schützenfisch
Institut: Institut für Biologie 1 (Zoologie)
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 17.09.2010
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