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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-78164
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7816/


Steffes, Susanne

Employment dynamics and heterogeneous labor markets : an empirical analysis with linked employer-employee and company data

Beschäftigungsdynamik und heterogene Arbeitsmärkte : eine empirische Analyse mit verknüpften Betriebs- und Beschäftigtendaten und mit Unternehmensdaten

Dokument1.pdf (1.269 KB) (md5sum: a29ab2024b722720a59516401100bbe8)

Kurzfassung in Englisch

This dissertation contributes to the empirical literature on labor market dynamics by using recently available and extraordinary data to analyze the following questions: 1) With regard to employment, are there really low dynamics in the German labor market as it is discussed in the literature? 2) Which are the determinants for employment dynamics in Germany? 3) Are there groups of workers and firms facing more dynamics than others? 4) How are employment dynamics affected by the business cycle? 5) Which are the determinants for a good reintegration process after the birth of the first child?

In the first chapter job durations of German male workers using linked employer-employee data are examined. The results indicate that exit rates are strongly influenced by firm characteristics. The effects of some of these characteristics, however, are limited to particular job positions or skill groups. Changes in coefficients across specifications provide clear evidence for a sorting process whereby workers with long expected job durations are matched to firms offering stable employment (and vice versa). An extension of the model to a competing-risks framework shows that both, individual and firm-level characteristics, differ widely in their impact on job exit to different destination states. Among the substantive results, it would appear that works councils decrease exit both to unemployment and to new jobs, but do so only for blue collar workers.

Job mobility and employment durations can be explained by different theoretical approaches, such as job matching or human capital theory or dual labor market approaches. These models may, however, apply to different degrees at different durations in the employment spell. Standard empirical techniques, such as hazard rate analysis, cannot deal with this problem. In the second chapter, censored quantile regression techniques are applied to estimate employment durations of male workers in Germany. The results give some support to the job matching model: individuals with a high risk of being bad matches exhibit higher exit rates initially, but the effect fades out over time. By contrast, the influence of human capital variables, such as education and further training, decreases with employment duration, which is inconsistent with the notion of increasing match-specific rents due to human capital accumulation. The results also suggest that the effects of certain labor market institutions, such as works councils, differ markedly between short-term and long-term employment, supporting the view that institutions give rise to dual labor markets.

Recently, several studies extended the search and matching model by including worker and firm heterogeneity. Some macro economists criticize that the original model cannot fit real data. Some of the assumptions made in the recent models cannot be validated with macrodata since such data cannot capture the heterogeneity of workers and firms. In the third chapter microdata is used in order to validate whether assumptions with regard to tenure of the workers can be confirmed. Additionally, the impact of firm heterogeneity on business cycle effects is analyzed. Results show that job-to-unemployment and job-to-job separations exhibit higher volatility after short-tenure employment compared to long-tenure employment. Furthermore, the impact of aggregate shocks is remarkably heterogeneous between establishments and sectors. Overall, the cyclicality of job and worker flows is relatively low and the variation in the rates are mainly explained by firm heterogeneity.

In the fourth chapter maternity leave durations, transition probabilities within a competing risks model and exit probabilities after maternity leave are analyzed. The sample exists of around 1500 first-time mothers working in a large German company. With personnel data employment histories with specific information about for instance working time and wage developments are observed. Cumulative incidence functions are estimated in order to analyze the probabilities to move into different exit states. Results show that women get their first baby when they reach a peak of their career. Less than 50 percent of all first-time mothers return to the employer within the first four years after birth. The probability to return is higher for better performing mothers who have a higher attachment to the company. These women also exhibit lower exit probabilities afterwards.




Kurzfassung in Deutsch

Diese Dissertation trägt zur empirischen Literatur der Beschäftigungsdynamik bei. Es werden neue und zum Teil exklusive Daten verwendet und folgende Fragen beantwortet: 1) Ist der deutsche Arbeitsmarkt wirklich so wenig dynamisch, wie oft in der Literatur dargestellt? 2) Welches sind die Determinanten für Beschäftigungsdynamik in Deutschland? 3) Gibt es Gruppen von Arbeitnehmern, die mehr bzw. weniger von Dynamik betroffen sind? 4) Wie wirkt sich der Konjunkturzyklus auf die Beschäftigungsdynamik aus? 5) Welches sind die Determinanten für einen guten Reintegrationsprozess nach der Geburt des ersten Kindes?

Im ersten Kapitel werden die Determinanten von Beschäftigungsdauern männlicher Arbeitnehmer in Deutschland unter Verwendung der verknüpften Betriebs- und Personendaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung an der Bundesagentur für Arbeit (LIAB-Daten) untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Firmencharakteristika einen großen Einfluss auf die Austrittsraten haben. Allerdings trifft dies teilweise nur für bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern zu. Positive Effekte, die durch Betriebsräte und Weiterbildungsangebote generiert werden, wirken vor allem auf die Mobilität von Arbeitern aber kaum auf die von Angestellten. Es selektieren sich Arbeiter, im Vergleich zu Angestellten, in Betriebe mit langen Beschäftigungsdauern. Weiterhin unterscheiden sich die Determinanten von Übergänge zu einem neuen Arbeitgeber sehr von Übergängen aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit. Ein Universitätsabschluss verringert zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit, in Arbeitslosigkeit zu wechseln, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit direkter Arbeitgeberwechsel.

Das zweite Kapitel hat das Ziel, den Einfluss theoretischer Ansätze wie zum Beispiel der Humankapital-, der Matching-Theorie und der Theorie dualer Arbeitsmärkte auf Beschäftigungsdauern männlicher Arbeitnehmer in Deutschland zu untersuchen. Es wird vermutet, dass sich ihre Wirkung im Verlauf der Beschäftigungsdauer verändern kann. Da Standardtechniken der Daueranalyse dies nicht erfassen können, werden zensierte Quantilsregressionen angewandt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich vor allem der Einfluss von firmenspezifischen Charakteristika über die Dauer hin verändert. Während der Effekt eines Betriebsrates und der Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologie über die Dauer hin ansteigt, sinken die positiven Effekte des Anteils befristeter Beschäftigung und von Weiterbildung auf nahezu Null. Die Ergebnisse der individuellen Charakteristika bleiben über die Dauer hin relativ konstant oder gehen gegen null. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Matching-Theorie und die Theorie dualer Arbeitsmärkte den größten Erklärungsgehalt für die Dauer der Betriebszugehörigkeit aufweisen.

In einigen aktuellen Studien wurde das klassische Such- und Matching-Modell um Heterogenität bezüglich Beschäftigten und Unternehmen erweitert. Dabei wird von manchen Makroökonomen kritisiert, dass das Original-Modell nicht der empirischen Evidenz entspricht. Allerdings können einige der in neueren Modellen getroffenen Annahmen nicht mit Makrodaten validiert werden. Im dritten Kapitel werden daher Annahmen bezüglich der Betriebszugehörigkeit der Beschäftigten mit Mikrodaten überprüft. Weiterhin wird der Einfluss von Heterogenität zwischen den beobachteten Betrieben auf die Wirkung von Konjunkturschwankungen untersucht. Die Unterscheidung in kurz- und langfristige Beschäftigung zeigt, dass erstere zu einem höheren Maße auf aggregierte Schocks reagieren und zwar bei Übergängen in Arbeitslosigkeit und zu einem neuen Arbeitgeber. Der Einfluss von aggregierten und sektoralen Schocks wird allerdings durch firmenspezifische Charakteristika stark beeinflusst. Insgesamt zeigt sich, dass die Betriebscharakteristika einen größeren Beitrag zur Erklärung der Ströme leisten als die Schock-Variablen.

Im vierten Kapitel wird das Beschäftigungsverhalten von etwa 1500 Müttern nach der Geburt des ersten Kindes mit Personaldaten eines großen deutschen Unternehmens untersucht. Dabei sind die interessierenden Indikatoren die Dauer der Elternzeit, die Rückkehr- bzw. Austrittswahrscheinlichkeit nach der Elternzeit, die Geburt eines zweiten Kindes und Teilzeit in Elternzeit. Anhand von Erwerbsbiografien werden kumulative Inzidenzfunktionen geschätzt und damit die Übergangswahrscheinlichkeiten in die verschiedenen Zielzustände geschätzt. Die deskriptiven Ergebnisse zeigen zunächst, dass nur etwa 50 Prozent aller Mütter nach der Geburt des ersten Kindes innerhalb der ersten vier Jahre nach der Geburt in das Unternehmen zurückkehren. Es zeigt sich aber auch, dass Mütter kurz vor der Geburt auf einem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen sind. Die Rückkehrwahrscheinlichkeit ist höher für Frauen, die vor der Geburt überdurchschnittliche Leistungen vollbracht haben. Diese Frauen haben auch nach der Rückkehr eine stabilere Beschäftigung.






SWD-Schlagwörter: Beschäftigung , Arbeitsmarktsegmentierung
Freie Schlagwörter (deutsch): Dynamik der Beschäftigung , Frauenerwerbstätigkeit
Freie Schlagwörter (englisch): employment duration , dual labor markets , female labor force participation
Institut: Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Fitzenberger, Bernd (Prof., Ph.D.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.10.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 05.01.2011
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