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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-78641
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7864/


Beck, Rainer Linus

Sprachverständnis bei Kindern nach Versorgung mit Cochlear Implant - Langzeitergebnisse -

Long-time results of children with Cochlear Implant

Dokument1.pdf (30.241 KB) (md5sum: 73e8a0ef83611dbcd0f000b4c8886ce7)

Kurzfassung in Deutsch

Das CI ist ein entscheidendes Rehabilitationsinstrument von höchstgradig schwerhörigen oder tauben Patienten. Besonders für taub geborene Kinder stellt das Cochlear Implant nicht nur eine passive Teilhabe an der Umwelt sicher, sondern bildet über die frühe Wahrnehmung von Sprache die wesentliche Grundlage zum Spracherwerb. Im Rahmen der CI-Versorgung ist daher die Frage des „richtigen Zeitpunktes“ der Implantation von großer Bedeutung: Es gilt die operativen Risiken und eventuelle Entwicklungsfenster gegeneinander abzuwägen.
Im Rahmen dieser Auswertung betrachteten wir daher die Hörtestergebnisse von Patienten, die in Freiburg zwischen 1993-2004 operiert und rehabilitiert wurden. Um Entwicklungseffekte auszuschließen, lagen zwischen OP und Audiometrie mindestens 5 Jahre. Zur Testung wurden Standardsprachtests für Erwachsene verwandt.
Vor Vollendung des 2. Lebensjahres (im Median: 1,6) implantierte Kinder zeigen ein deutlich besseres Sprachverständnis. Dieser Unterschied besteht sowohl im Vergleich zu den später implantierten Kindern als auch den postlingual ertaubten Erwachsenen. Entscheidende Vorteile – putativ aufgrund der höheren Plastizität der Hörbahn – zeigen sich gegenüber den im Erwachsenenalter implantierten Patienten im Freiburger Einsilbertest. Dieser Vorteil verliert sich bei Anwendung des OLSA, der deutlich mehr Redundanz beinhaltet, die vermutlich den postlingual ertaubten Erwachsenen – aufgrund des zuvor weitgehend normal abgelaufenen Spracherwerb und daher besserer Kenntnis der Sprachsuprastruktur – eine Kompensation ermöglicht.
Der Vergleich mit der international publizierten Literatur liefert ähnliche Ergebnisse – wobei das dargestellte Kollektiv das zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit das weltweit größte Kollektiv darstellt. Die Anwendung der Erwachsenensprachtests scheint die Kindern nicht benachteiligt zu haben. Bezüglich des Einflusses der Art und Entstehung der Schwerhörigkeit kann im Rahmen dieser Betrachtung keine Aussage gemacht werden.
Zusammenfassend gehen wir von einem deutlichen Vorteil früh implantierter Kinder in Hinsicht auf die Sprachperzeption aus. Im Zusammenspiel mit der flächendeckenden Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings ist daher durch eine raschere Früherkennung auch eine frühere Implantation und damit ein insgesamt besseres Gesamtergebnis bei mehr Kindern zu erwarten.


Kurzfassung in Englisch

Regarding patients with deafness or profound hearing loss, cochlear implants are the best possibility to achieve hearing rehabilitation. This is especially true for congenital deaf children as cochlear implants constitute the link to the sounding environment and promote speech development. The right timeframe for implantation is critical: Perioperative risks are to be weighed against critical periods of development.
This study analyses speech perception results achieved by patients implanted and rehabilitated in Freiburg 1993-2004. The interval between surgery and audiometric testing spans at least 5 years. Perception was tested using standard speech tests for adults (Freiburg monosyllables, Freiburg numbers, Oldenburg sentence test).
Childres implanted before the age of 2 (median 1,6) achieved higher scores than children implanted at a later age. Compared to adults, children implanted early achieved significantly higher monosyllabic discrimination scores. Considering the OLSA results, early implanted children and adults achieved comparable scores. These effects may be attributed to higher plasticity of the auditory pathway in children respectively the higher familiarity with speech structure and context in adults.
Similar results have been published internationally. The collection described in this study comprised the largest number of subjects at time of publication. Although the audiologic tests were drafted for adults, children were able to perform well. Cause of deafness could not be detected to be a predictor of audiologic outcome.
Children implanted early show clear benefits in respect to the development of speech perception. Universal newborn hearing screening enables early detection and early treatment of congenital deafness and ensures better results for a growing group of children.


SWD-Schlagwörter: Cochlear-Implantat , Hören , Audiometrie , Screening , Rehabilitation , Hörbahn
Freie Schlagwörter (deutsch): Kinder
Freie Schlagwörter (englisch): Cochlear Implant , Rehabilitation , Outcome , Speech Perception
Institut: Univ.-Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Aschendorff, Antje (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 16.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 23.12.2010
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