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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-78667
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7866/


Wehrle, Frederick Thomas

Hinweise für einen pre-existing bias für die Farbe Rot beim Menschen

Evidence for a pre-existing bias for the colour red in humans

Dokument1.pdf (2.326 KB) (md5sum: 9a6b8b91118b13c49462b27bb9a9ce94)

Kurzfassung in Deutsch

Primaten und besonders Menschen nutzen intensiv Farben zur visuellen Kommunikation. Eine besondere Rolle spielt dabei die Farbe Rot: Rote Früchte und rote Blätter, Hautrötungen im Genitalbereich, auf der Brust und im Gesicht sind allesamt Stimuli, auf welche Primaten und Menschen reagieren. Grant Allen (Allen 1879) postulierte, dass die Reaktion von Primaten und Menschen auf rote Sexualmerkmale ursprünglich nicht durch reine Koevolution zwischen Sendern und Empfängern entstanden sei, sondern von einer generellen Tendenz der Empfänger herrühre, grundsätzlich auf rote Farbstimuli zu reagieren. Er war der Ansicht, dass diese generelle Tendenz, ein sogenannter pre-existing bias (Endler & Basolo 1998), im Laufe der Primatenevolution durch die Nutzung roter Stimuli beim Sammeln von Früchten entstanden sei. In dieser Arbeit präsentiere ich erste experimentelle Hinweise für einen pre-existing bias für die Farbe Rot beim Menschen.
In zwei computergestützten Experimenten ließ ich Probanden unter verschiedenen Versuchsbedingungen den relativen Rot- und Grünanteil digitaler Bilder von Nahrungsobjekten und Gesichtern interaktiv manipulieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen auf Rötung sowohl im Nahrungsbereich als auch im sozialen Bereich reagieren. Es konnte jedoch auch gezeigt werden, dass sich Menschen in ihrer Präferenz für die Hautrötung eine potentiellen Partners durch rote Objekte aus dem Nahrungskontext (Apfel) beeinflussen lassen. Diese Ergebnisse lassen sich nicht durch Koevolution der Reaktion von Primaten auf Sexualmerkmale erklären. Die beobachteten Reaktionen lassen sich hingegen durch einen pre-existing bias für die Farbe Rot beim Menschen erklären.


Kurzfassung in Englisch

Primates and humans communicate intensively via colourful stimuli. The colour red appears to be of central importance in visual communication: Red fruit and red leaves, red sexual skin, red chests, and red faces are all stimuli that primates and humans react to. Grant Allen (Allen 1079) believed that primate and human reaction to sexual stimuli was not a result of co-evolution between senders and receivers. Instead, he postulated that primates and humans were generally biased to react to red stimuli. Allen thought that this pre-existing bias (Endler & Basolo 1998) as a consequence to the importance of red stimuli for foraging. In this study I present first experimental evidence for a pre-existing bias for the colour red in humans.
In two interactive computer experiments I subjected volunteers to natural food objects and faces. The participants could interactively manipulate the relative amount of green and red of the presented objects or faces. The results show that humans react to reddening of food as well as reddening of facial skin. Furthermore, humans are influenced in their preferences for the skin redness of a potential mate by a red food object (apple). These results cannot be explained by co-evolution between the reaction of primates to sexual stimuli. However, the observed reactions can be readily be explained by a pre-existing bias for the colour red in humans.


SWD-Schlagwörter: Rot , Visuelle Kommunikation , Evolution , Mensch , Primaten
Freie Schlagwörter (englisch): red , visual communication , evolution, human , primate , pre-existing bias
Institut: Institut für Biologie 1 (Zoologie)
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 23.02.2011
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