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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-79385
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7938/


Viergutz, Malte

Instrumente zur Information und Motivation von Kleinprivatwaldbesitzern zur Umsetzung von Pflege- und Nutzungsmaßnahmen in ihrem Wald : deskriptive Explorationsstudien zu Möglichkeiten der Holzmobilisierung

Instruments for the information and motivation of private forest owners for disposing them to use and maintain their forests

Dokument1.pdf (25.085 KB) (md5sum: 51a6c923617fc89f88bffc1e7d8fa11f)

Kurzfassung in Deutsch

Der Privatwald birgt mit seinen großen Holzvorräten sowie überdurchschnittlich hohen Nettozuwächsen ein hohes Holzpotential, dessen Bedeutung und Nutzung in der Vergangenheit vernachlässigt wurden. Insbesondere Kleinprivatwaldbesitzer sind aufgrund mangelnder Kenntnisse in der Bewirtschaftung ihrer Wälder häufig auf Beratung durch Fachleute angewiesen. Sollen Beratungsgespräche zwischen forstlichem Berater und Waldbesitzer erfolgreich sein, müssen die Waldbesitzer ihre Anliegen beziehungsweise Wünsche formulieren und die Berater ihr Fachwissen den Waldbesitzern verständlich darstellen können. Dies gelingt jedoch oft nicht.

Ziel der Arbeit ist es daher, Methoden, Konzepte und Hilfsmittel für die Beratung und Information von Waldbesitzern zu entwickeln, um zu einer besseren Motivation der Waldbesitzer zur Nutzung und damit zur Mobilisierung bisher brachliegender Rohholzpotenziale aus dem Privatwald zu kommen. Dabei geht es einerseits um ganz allgemeine kommunikative Aspekte und andererseits konkret darum, mit welchen Mitteln und Medien Waldbesitzer erfolgreich angesprochen werden können. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf den im Rahmen der forstlichen Beratung stattfindenden Prozessen und der Kommunikation zwischen forstlichem Berater und Waldbesitzer, auf der Entwicklung von technischen Hilfsmitteln, die die Beratung unterstützen und ergänzen können, sowie auf der Untersuchung eines möglichen Einsatzes des Mediums Internet als Ergänzung der forstlichen Beratung.

Es wurde folglich untersucht, wie die Abläufe in einer gezielten Waldbesitzeransprache und in der Kommunikation bei der Beratung und die Beratungsprozesse an sich verbessert und angepasst werden und welche organisatorisch-technischen Instrumente und Softwareprodukte sowie Hilfsmittel die Beratung unterstützen können. Hierfür wurden in einem ersten Schritt mittels Expertenbefragung und Dokumentenauswertung die Rahmenbedingungen erfasst, unter denen die forstliche Beratung und Betreuung in den einzelnen Bundesländern stattfinden. Darauf basierend wurden geeignete Regionen für die Durchführung von vier Fallstudien ausgewählt, in denen die im Rahmen der forstlichen Beratung anfallenden Aktivitäten und Prozesse detailliert und strukturiert erfasst und analysiert wurden. Kriterien waren dabei, dass sich die Fallstudienregionen hinsichtlich der Rahmenbedingungen unterscheiden und außerdem ein breites Spektrum von beratenden Institutionen und daraus resultierender Beratungspraxis abgedeckt werden kann. Ergänzend wurden Interviews mit den Beratern und den an den Beratungsgesprächen beteiligten Waldbesitzern geführt. Um zusätzlich eine breitere Datenbasis bezüglich der im Rahmen der Privatwaldberatung stattfindenden Prozesse, der bereits eingesetzten technischen Hilfsmittel und des Umgangs der Berater mit dem Internet zu gewinnen, wurden darüber hinaus Privatwaldbetreuer mittels eines Onlinefragebogens zu dem Thema befragt. Zudem wurden Waldbesitzer befragt, um zu ermitteln, wie aktiv Waldbesitzer das Internet nutzen, welche Dienste von ihnen in Anspruch genommen werden, ob das Internet als Plattform beziehungsweise Medium für eine forstliche Beratung geeignet ist und welche konkreten forstfachlichen Informationen von den Waldbesitzern im Internet gesucht und gewünscht werden.

Festgestellt werden konnte einerseits, dass die Beratungslandschaft in Deutschland aufgrund der organisatorischen Rahmenbedingungen und der Waldbesitzstruktur sehr vielfältig ist; zudem agieren die Berater auch darüber hinaus sehr individuell und haben große Freiheiten in der Ausgestaltung der Privatwaldberatung. Grund hierfür ist, dass häufig Zielvorgaben für die Beratung fehlen. Gezeigt hat sich auch, dass die meisten Berater das Potential der ihnen zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel nicht voll ausschöpfen und die Möglichkeiten des Internets in Bezug auf ihre Beratungstätigkeit bislang wenig nutzen. So kommunizieren die meisten Berater nur sporadisch per E-Mail mit Waldbesitzern. Andererseits hat die Befragung von Waldbesitzern ergeben, dass sich viele Waldbesitzer aktiv über forstfachliche Themen informieren. Gezeigt hat sich auch, dass Waldbesitzer über das Internet erreicht werden könnten und teilweise bereits heute das Internet zur Recherche von forstfachlichen Themen nutzen. Problematisch ist jedoch, dass die von den Waldbesitzern gesuchten forstfachlichen Inhalte im Internet oftmals nicht gefunden werden.

Zwar fällt es angesichts der vorgefundenen Vielfältigkeit schwer, einen für alle Berater gültigen Königsweg der optimierten Beratung, auch und gerade mithilfe der Mittel des Internets, vorzuschlagen. Deutlich wurde jedoch, dass es viele Möglichkeiten zur Optimierung der Kommunikation und der Beratungsprozesse gibt, die sich meistens leicht umsetzen lassen und die Holzmobilisierung voranbringen dürften.


Kurzfassung in Englisch

The private forests with its enormous wood reserves as well as its high net increase contains a high wood potential, the importance and exploitation of which have been neglected in the past. Especially owners of small scale private forests are because of deficient knowledge of the management of their woods often depending on the guidance and consultation of professional experts. Such experts can be state foresters paid by the federal government, who are responsible for the guidance within the bounds of their legal function (official consultation), but they can also be foresters of the chamber of agriculture, staff of forest management fusions or other service executers. Counseling interviews can only be successful, if forest owners formulate their interests and demands respectively their wishes and if the consultants are able to present their expert knowledge in a comprehensible way. Yet this does often not succeed. Moreover the consultants do not enter sufficiently into the needs and demands of the forest owners, which makes the mobilization more difficult.

That is why the aim of this doctoral thesis is to develop methods, concepts and resources for the guidance and information of forest owners, in order to reach a better motivation of the forest owners for the use and at the same time mobilization of wood potentials of the private forest, which have not been used up to now. It is all centered on general communication aspects on the one hand and on the other hand concretely on the problem with which means and media forest owners can be addressed successfully. Consequently the focus of this doctoral thesis lies on the processes placed within the bounds of forestry guidance and the communication between forest consultants and forest owners on the development of technical resources, which support and complement the guidance, as well as on the research of a possible complement of the medium Internet for forestry guidance.

As a consequence it was investigated, how the process of a suitable approach to forest owners and the communication of the guidance and guidance processes can be improved an adapted, and which technical instruments and software products as well as other resources and appliances can support the guidance.

In a first step the framework conditions under which the forestry guidance and supervising take place in the different federal states were recorded with the help of expert interviews and the evaluation of documents. Based on this, suitable regions were chosen for the execution of four case studies, in which the oncoming activities and processes within the bounds of forestry guidance were registered, structered and analyzed in detail. The criteria were that the regions of the case studies differ in their framework conditions, and that the range of consulting institutions and their consulting practice be as wide as possible. Additionally interviews with the consultants and the forest owners participating in the counseling interviews were conducted. In order to gain a wider data basis of three factors, which are the consultation processes of private forest owners, the technical resources that have already been employed and the way the consultants use the internet, the supervisors of private forests were questioned about the subject with the help of online questionnaires. In addition to that forest owners were questioned - by letter and online - in order to find out, how actively the Internet is suited as a platform respectively medium for forestry consulting and which concrete special forestry informations are looked for or desired by forest owners. On the other hand it was found out that the consulting scenery in Germany is manifold due to the organization of the framework conditions and the structure of forest property, and what is more, the consultants act in a very individual way and have great liberty in the elaboration of private forest consulting. The reason is, that frequently positive ideas about the target of the consultation are missing. It was found out as well that most of the consultants do not exhaust completely the potential of the technical resources which are at their disposal, and that they use the possibilities of the Internet relative to their consulting activities very little up to now. So most of the consultants communicate only sporadically with the forest owners via e-mail.

On the other hand the questioning of the forest owners resulted in the fact, that many forest owners inform themselves actively about forestry subjects. It has become obvious that many forest owners can be reached nowadays via Internet for the research of forestry subjects. Yet the problem is that the forestry subjects the forest owners are looking for can often not be found in the Internet.

It is true that - taking the existing variety into consideration - it is difficult to propose the ideal way with the help of the Internet of the optimized consulting practice valid for all consultants. Yet it became clear, that there is a variety of possibilities to optimize the communication and the consulting processes, which can in most cases easily be realized and which should forward the mobilization of wood.


SWD-Schlagwörter: Privatwald , Waldbesitzer , Beratung , Revierförster , Waldpflege , Forstnutzung , Instrument
Freie Schlagwörter (deutsch): Privatwaldberatung , Holzmobilisierung , Kleinprivatwald
Freie Schlagwörter (englisch): private forest consultants , wood mobilization , small scale private forests
Institut: Inst. f. Forstbenutzung u. Forstliche Arbeitswiss.
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Land- und Forstwirtschaft, Veterinärmedizin
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Becker, Gero (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.12.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 27.01.2011
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