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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-79739
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7973/


Straatmann, Antje

Unizentrische Ergebnisse der linksventrikulären Rekonstruktion bei ischämischer Kardiomyopathie

Single-center results of surgical ventricular reconstruction for ischemic cardiomyopathy

Dokument1.pdf (3.840 KB) (md5sum: 20e1abb63c25579a52efd83b2de7cffc)

Kurzfassung in Deutsch

Hintergrund: Im Rahmen der koronaren Herzkrankheit können Patienten nach vorausgegangenem Vorderwandinfarkt ein Aneurysma (Dyskinesie) oder einen Kontraktionsausfall (Akinesie) samt Ventrikeldilatation entwickeln. Mit Hilfe der modifizierten Ventrikelrekonstruktion nach Dor (SVR) wird versucht, eine möglichst physiologische Form des linken Ventrikels zu rekonstruieren. Die STICH (Surgical Treatment of Ischemic Heart Failure)-Studie zeigte keinen Überlebensvorteil für Patienten, die zusätzlich zur Bypassoperation eine SVR erhielten. Da die Einschlusskriterien dieser Multicenterstudie sehr heterogen waren, stellt sich nun die Frage, ob es Untergruppen gibt, die möglicherweise von der Operation profitieren.
Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit war es, die Ergebnisse der Ventrikelrekonstruktionen, die am Herz-Kreislauf Zentrum Freiburg zwischen 1996 und 2005 durchgeführt wurden, auszuwerten. Es wurde untersucht, ob Patienten, die nur einer Ventrikelrekonstruktion unterzogen wurden, unterschiedliche Ergebnisse zeigen im Vergleich zu Patienten, die zusätzlich zur SVR aortokoronare Bypässe erhielten.
Methodik: Bei 132 Patienten mit SVR wurden retrospektiv Daten von Herzfunktion, NYHA- Klasse und Letalität analysiert. In Telefonabfragen wurde das Langzeitüberleben erhoben und nach Kaplan-Meier als Wahrscheinlichkeit dargestellt.
Ergebnisse: Von den 132 operierten Patienten erhielten 34 nur die Ventrikelrekonstruktion, alle übrigen wurden zusätzlich mit aortokoronaren Bypässen versorgt. Insgesamt hatten über 90% der Patienten ein Aneurysma der Vorderwand. Bei 8% erfolgte zusätzlich ein klappenchirurgischer Eingriff. 11% der Patienten benötigten im postoperativen Verlauf mechanische Kreislaufunterstützung. 36% erhielten bei der SVR einen Patch. Echokardiographisch zeigte sich im gesamten Patientenkollektiv eine Steigerung der Ejektionsfraktion um durchschnittlich 12 Prozentpunkte sowie eine Reduktion des linksventrikulären enddiastolischen Durchmessers um durchschnittlich 6 mm. Alle Patienten verbesserten sich im Durchschnitt um eine NYHA-Klasse von III nach II. Die 30-Tages- Letalität betrug 7,6%. Die 5-Jahresüberlebensrate lag für alle Patienten bei 76% mit einer mittleren Follow-up-Zeit von 28 Monaten (0,5-127 Monate). Das Überleben zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Patientenuntergruppen.
Schlussfolgerung: Die Ventrikelrekonstruktion verbessert die Ejektionsfraktion und das subjektive Befinden unabhängig von der Anlage von weiteren Bypässen.


Kurzfassung in Englisch

Background: Anterior infarction may cause either left ventricular dyskinesia or akinesia and left ventricular dilatation. The Dor surgical ventricular reconstruction procedure (SVR) tries to restore the physiological dimensions of the left ventricle. The STICH (Surgical Treatment of Ischemic Heart Failure) trial showed no survival benefit for patients who underwent surgical ventricular reconstruction additionally to coronary-artery bypass grafting. The purpose of this retrospective study was to analyze the results of clinical outcome and long-term survival of patients who underwent surgical ventricular reconstruction between 1996 and 2005 at the Herz-Kreislauf Zentrum Freiburg. It was investigated if there is a difference between patients who underwent coronary-artery bypass grafting with surgical ventricular reconstruction compaired to patients who where treated with SVR alone.
Methods: Cardiac function, NYHA functional class, mortality and long-term survival were analyzed retrospectively in 132 patients who underwent surgical ventricular reconstruction.
Results: 34 patients underwent surgical ventricular reconstruction alone. 98 where additionally to the SVR treated with coronary-artery bypass grafting. More than 90% had a left ventricular aneurysm of the anterior wall. Additional valve surgery was performed in 8%. 11% of the patients required postoperative mechanical support. A patch was used in 36% of the patients. Echocardiographically determined ejection fraction increased from 27,0% to 38,5% and left ventricular enddiastolic diameter was reduced from 61,3 mm to 55,4 mm. There was a significant improvement in NYHA functional class from class III to II. 30-day mortality after SVR was 7,6%. Overall 5-year survival was 76% at a median follow-up of 28 months (0,5 - 127 months). There was no significant difference in survival demonstrated in the two groups.
Conclusions: Surgical ventricular reconstruction improves ejection fraction and cardiac symptoms independent of coronary-artery bypass grafting.


SWD-Schlagwörter: Herzinsuffizienz , Rekonstruktion , Herzchirurgie
Freie Schlagwörter (deutsch): Ventrikelrekonstruktion nach Dor , Remodeling , STICH-Studie , chirurgische Therapie der Herzinsuffizienz
Freie Schlagwörter (englisch): Surgical ventricular reconstruction , Dor procedure , remodeling , STICH-trial , surgical treatment for heart failure
Institut: Chirurgische Univ.-Klinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Doenst, Torsten (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.06.2010
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 01.03.2011
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