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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-79934
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7993/


Knapp, Alexander

Partizipative Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Versorgung des Diabetes mellitus Typ 2 : das Bedürfnis nach Beteiligung und die tatsächliche Realisierung

Shared decision-making (SDM) in general practitioner’s (GP) type 2 diabetes consultations : patients’ needs for participation and the actual implementation

Dokument1.pdf (1.026 KB) (md5sum: 14e1e2cf6a8625727cfbacd7cdc1946a)

Kurzfassung in Deutsch

Hintergrund: Klinische Studien zeigen, dass eine Partizipative Entscheidungsfindung (PEF) bei Diabetespatienten zu einer Reduktion klinischer Variablen führen kann. Bei der PEF werden medizinische Entscheidungen gemeinschaftlich von Arzt und Patient getroffen. Ob und in welcher Form PEF in der hausärztlichen Versorgung von Diabetespatienten in Deutschland angewendet wird, ist nicht ausreichend erforscht.
Fragestellung: Ziel dieser Dissertation war es daher, herauszufinden, inwieweit Hausärzte zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Konzept der Partizipativen Entscheidungsfindung in der hausärztlichen Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 umsetzen.
Methoden: Zur Überprüfung dieser Fragestellung wurden 30 Patientenge-spräche von drei Hausärzten auf Tonband aufgenommen und von zwei unabhängigen Beurteilern mit einem Kodierungssystem (OPTION-Skala) dahingehend beurteilt, ob PEF umgesetzt wurde. Weiterhin wurden die Beteiligungspräferenz der Patienten und das subjektive Ausmaß der Beteiligung aus Sicht der Hausärzte und der Patienten anhand von Fragebögen ermittelt.
Ergebnisse: Die Studie zeigte, dass der Ansatz der Partizipativen Entscheidungsfindung zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus von Seiten der Hausärzte nur zu einem geringen Ausmaß umgesetzt wird. Die Resultate der Untersuchung zeigten eine geringe Patientenbeteiligung. Die weiterentwickelte OPTION-Skala erreichte eine hohe Beurteilerübereinstimmung. Die Studie offenbarte außerdem, dass der Wunsch nach Beteiligung bei den Patienten geringer war, als angenommen.
Diskussion: Das geringe Beteiligungsergebnis der Patienten könnte neben methodischen Problemen bei der Erfassung auch durch fehlende Patienten-kompetenz, z.B. eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung, erklärbar sein. Eine gezielte Entwicklung von Patienteninformationsbroschüren, Decision Aids, sowie eine Schulung der Hausärzte und der Patienten könnte dazu beitragen, dass das Konzept der Partizipativen Entscheidungsfindung zukünftig besser in die hausärztliche Versorgung implementiert wird.


Kurzfassung in Englisch

Background: Recent developments in the medical literature emphasize the benefits of shared decision-making (SDM) models. Using SDM, the medical decision making is equally made by doctor and patient. So far, it has not been researched if, and to what extent, SDM is used in general practitioner’s (GP) type 2 diabetes consultations in Germany.
Objective: The aim of the study was to find out, to what extend GPs implement the SDM model in their consultations treating patients with type 2 diabetes at the present time.
Methods: 30 consultations with 3 GPs were audiotaped, transcripted and rated by two independent raters using an SDM-coding scheme (OPTION scale). Furthermore the patient’s preference for autonomy and the extent of patient’s involvement from the sight of the patients and the GPs was evaluated with questionnaires.
Results: The findings indicated that the majority of GPs implement the SDM model in their type 2 diabetes consultations at the present time to a minimal degree. Analyses of the OPTION scale showed low levels of patient involvement in medical decisions. The results of the enhanced OPTION scale represented a high accordance between the judges. The study revealed that the patients’ wish to participate in medical decision-making was minor than expected.
Conclusion: The patients’ marginal need for participation might be explainable, besides methodical problems with data collection, with missing patient competence, e.g. low self-efficacy. Developing patient information brochures and decision aids, as well as GP and patient education lessons, might improve the implementation of the SDM model into GPs type 2 diabetes consultations in the future.


SWD-Schlagwörter: Entscheidungsfindung , Diabetes mellitus , Hausarzt , Ärztliche Versorgung , Ambulante Behandlung , Allgemeinmedizin
Freie Schlagwörter (deutsch): Partizipative Entscheidungsfindung , PEF , hausärztliche Versorgung , OPTION-Skala , Freiburg <Breisgau> / Universität
Freie Schlagwörter (englisch): Shared decision-making , SDM , general practitioner , GP , option scale , diabetes
Institut: Sonstige Einrichtung
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Niebling, Wilhelm (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.07.2010
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 04.03.2011
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