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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-80109
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8010/


Müllerleile, Stephanie

Das Neugeborenenscreening auf Propionazidämie: Diagnosestellung und Krankheitsverlauf im Vergleich zum selektiven Screening

Patients with propionic acidemia diagnosed through newborn screening: diagnosis and clinical course compared to patients diagnosed by selective metabolic screening

Dokument1.pdf (3.066 KB) (md5sum: 4b6687146161c0a60e538f04fc308169)

Kurzfassung in Deutsch

Die Propionazidämie ist eine zum Formenkreis der klassischen Organoazidopathien gehörende hereditäre Stoffwechselkrankheit, der ein Defekt der Propionyl-CoA-Carboxylase zugrunde liegt. Dadurch kommt es zu einer Störung im Katabolismus einiger Aminosäuren. Im Gegensatz zu Österreich ist die Propionazidämie gegenwärtig keine Zielkrankheit des Neugeborenenscreenings in Deutschland. Im Vordergrund dieser Dissertation stand die Frage, ob das Neugeborenenscreening im Vergleich zur Diagnosestellung im selektiven Screening zu einem klinisch relevanten Vorteil für betroffene Patienten führt und somit die Propionazidämie als Zielkrankheit des Neugeborenenscreenings propagiert werden kann.
Es wurden 20 über das Neugeborenenscreening diagnostizierte Patienten mit 35 Patienten aus dem selektiven Screening verglichen. Zudem wurden der klinische Verlauf, die körperliche Entwicklung, endokrinologische Aspekte sowie die Therapie der Patienten ermittelt und dargestellt. Dazu wurden klinische und laborchemische Daten sowie Handröntgenbilder aus 16 Stoffwechselzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz retrospektiv ausgewertet.
Nur unter Ausschluss von Patienten, die aufgrund einer positiven Familienanamnese selektiv gescreent wurden, wurde die Diagnose mit Hilfe des Neugeborenenscreenings signifikant früher gestellt als durch das selektive Screening mit zwölf Tagen. Der Großteil der Patienten aus dem Neugeborenenscreening war zum Zeitpunkt der Übermittlung des Neugeborenenscreening-Befundes bereits symptomatisch. Nur 2 von 20 Patienten aus dem Neugeborenenscreening sind bisher asymptomatisch geblieben. Die körperliche Entwicklung der Patienten ist noch immer häufig beeinträchtigt und das Knochenalter in vielen Fällen retardiert bei häufig erniedrigten IGF-1-Konzentrationen.
Das Neugeborenenscreening auf Propionazidämie lieferte keine statistisch signifikanten klinischen Vorteile für betroffene Patienten im Vergleich zum selektiven Screening. Rezidivierende metabolische Entgleisungen konnten nicht verhindert werden. Die Patienten zeigten einen früh einsetzenden und im Verlauf progredienten Wachstumsverlust. Es ist jedoch anzumerken, dass nur überlebende Patienten in die Studie aufgenommen worden sind, das Überleben also keinen der zum Vergleich herangezogenen Parameter darstellte.


Kurzfassung in Englisch

Propionic acidemia is a hereditary metabolic disease caused by a deficiency of enzyme propionyl-CoA carboxylase, which is involved in the catabolism of ramified amino acids. the deficiency of this enzyme leads to an accumulation of toxic substances in the body and therefore often to various forms of clinical presentation. While in Austria propionic acidemia is a target disease of newborn screening, Germany does not screen for this disease. Data on the potential benefit of newoborn screening for propionic acidemia are sparse.
20 PA patients diagnosed through NBS were compared to 35 patients diagnosed by selective metabolic screening prompted by clinical findings, family history or results of routine laboratory tests. Clinical and biochemical data of patients from 16 metabolic centers in Germany, Austria and Switzerland were evaluated retrospectively. The survival of the patients was no evaluated parameter.
Patients diagnosed through newborn screening had neither a milder clinical course regarding the number of metabolic crises nor did more of them stay asymptomatic. Most of the patients were already symptomatic at time of diagnosis. Regarding the growth percentiles and the bone age, physical development was also impaired in the majority of the patients.
No significant benefit could be shown for the patients with Propionic acidemia diagnosed through newborn screening regarding the clinical course or the physical development. Newborn scrrening could not reduce the number of metabolic crisis or the long-term complications. The survival of the patients, which was no part of this study, would be an interesting aspect for further researches.


SWD-Schlagwörter: Stoffwechselkrankheit , Kinderheilkunde
Freie Schlagwörter (englisch): Metabolic disease , Pediatrics
Institut: Univ.-Kinderklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Saß, Jörn-Oliver (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.12.2010
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 18.03.2011
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