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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-80926
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8092/


Lytvynenko, Olena

Kunstwissenschaftliche und kulturelle Aspekte der Kinderkunst : wissenschaftliche Analyse der Kinderkunstsammlungen und Erforschung der Methoden zu ihrer Verwendung und Bewertung

Artistic and culturological aspects of children's art : scientific analysis of collections of children's art and study of methods for their exploitation and determination of their value

Dokument1.pdf (15.538 KB) (md5sum: 6d3e57ccc9becf6ea821ff973ba0800e)

Kurzfassung in Deutsch

Es existieren zahlreiche, thematisch verschiedene Kunstsammlungen, die eine breite Spanne unterschiedlichster Kunstobjekte umfassen. Zu dieser Vielfalt zählen auch einige Sammlungen, die sogenannte „Kinderkunst“ beinhalten. Doch scheinen deren Objekte in einem noch gänzlich unklaren Verhältnis zur Kunst allgemein zu stehen. Darüber hinaus unterscheiden sich diese Kinderkunstsammlungen nicht nur in ihren Zwecken und Intentionen, sondern auch in ihrer Entstehungsgeschichte von den herkömmlichen Sammlungen. Ihre Position in der Kunstgeschichte sowie ihre Stellung in der Gesellschaft sind aber noch kaum erforscht.
Die moderne Gesellschaft bietet jedoch die Möglichkeit, in anderer Weise mit der „Kinderkunst“ in Berührung zu kommen. Aufgrund moderner, verschiedenster pädagogischer Konzepte wird jedes Kind bereits als eigenständige Persönlichkeit anerkannt und die kindliche Wahrnehmungsweise als originär und besonders geschätzt. Dadurch gehört es mittlerweile schon zur Selbstverständlichkeit, alles, was Kinder gewissermaßen „schöpfen“, als originell zu betrachten. Als Folge dessen wird auch mehr Raum für die „Kinderkunst“ geschaffen, was die forschungsbedürftige Frage aufwirft, von welchen Institutionen aus und zu welchem Zweck dies getan wird. Wird die „Kinderkunst“ unter Umständen für bestimmte andere Zwecke instrumentalisiert – seien es Abgrenzungs- oder spezielle Hervorhebungszwecke?
Es wird zwar sehr intensiv darüber diskutiert, wie man mit der kreativen Betätigung der Kinder umgeht und wie man die Kinder künstlerisch bzw. zur Kunst hin erzieht, jedoch geschieht dies fast nur aus der psychologisch-pädagogischen Sicht. Sichtet man die Literatur zu diesem Thema, so fällt auf, dass „Kinderkunst“ kaum bis gar nicht aus der kunstgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Sichtweise behandelt wird. Es scheint beinahe ein gesellschaftliches Paradigma zu sein, die „Kinderkunst“ auf entwicklungspsychologische und pädagogische Modalitäten zu beschränken.
Dennoch scheint sich etwas in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der „Kinderkunst“ zu verändern. Es gibt durchaus Gründe für die Hypothese, dass sich die Entwicklung der Funktion der „Kinderkunst“ und ihrer Sammlungen in der Kunstgeschichte und innerhalb der Gesellschaft von einer mehr kunst- und wahrnehmungsorientierten zu einer sozialorientierten wandelte, wenn auch eher versteckt und hintergründig. Ein wichtiger Hinweis darauf ist, dass erst 1995 eine bedeutende Publikation erschien, die sich aus kunstgeschichtlicher Sicht diesem Thema nähert, davor findet sich keine kunstgeschichtliche und kunstgeschichtlich relevante Literatur hierzu.
Es war Jonathan Fineberg aus den USA, der mit seinen Forschungen den Kunsthistorikern einen Impuls für die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Schaffen von Kindern sendete, was im europäischen Raum jedoch ohne große Folge blieb, bis im erwähnten Jahr 1995 ein Band erschien, der Beiträge anlässlich der Ausstellung „Mit dem Auge eines Kindes“ im Lehnbachhaus in München versammelte. Interessanterweise war der Buchherausgeber sowie Kurator der Ausstellung wiederum Jonathan Fineberg.
Doch auch nach 1995 behandelten Kunstwissenschaftler die „Kinderkunst“ weiterhin nur am Rande. Deswegen ist es unklar und eine hoch spannende, wissenschaftliche Frage, ob bzw. inwieweit der von Fineberg angestrebte Tabubruch in der wissenschaftlichen Kunstgeschichte gelungen ist, so dass ein Einfluss auf die künstlerische Moderne anerkannt wird. Darüber hinaus bleibt die Frage nach der kunst- und kulturwissenschaftlichen Anordnung der Kinderkunstsammlungen und Ausstellungen offen.


Kurzfassung in Englisch

The given paper offers introduction into central aspects of “children’s art” as history of its perception, its functions and esthetics in the background of inter-disciplinary scientific reflection. Up to now, “children’s arts” used to be perceived only as a part of pedagogy, psychology, history of the art or culturology. My paper offers correction to this single-sided viewpoint of “children’s art“ and proves that its adequate understanding is not possible without independent approach, free from the restricting pressure of separate academic disciplines.
By means of this work, possibility to provide methodological ground and ethically correct approach to “children’s art” as to object of collecting, presenting and researching is discussed. Therefore it is not only “children’s art” and its collections that are presented in this book but also the related problems.


SWD-Schlagwörter: Kinderkunst , Kinderkunstsammlung , Entwicklung der Wahrnehmung
Freie Schlagwörter (deutsch): Kinderkunst , Kinderkunstsammlung , Ausdrucksweise der Kinder , Wahrnehmung , Charakteristika
Freie Schlagwörter (englisch): children's art , collection , children's expression , imagination , characteristic
Institut: Kunstgeschichtliches Institut
DDC-Sachgruppe: Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart: Diplom-, Magister-, Masterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 27.06.2011
Bemerkung: In dieser Arbeit wird zum grundlegenden Verständnis der Begriff der „Kinderkunst“ mit all seinen positiven und negativen Aspekten kritisch diskutiert und es wird versucht, zu einer für die Arbeit brauchbaren Definition des Begriffs zu kommen, der auch richtungsweisend für die weitere kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema sein soll. Die Arbeit beinhaltet einen Anhang mit der Listen der Kinderkunstsammlungen und Ausstellungen.Anhand der Auswahl der Kinderkunstausstellungen wird vor allem angestrebt, die Aktivität der Präsenz von „Kinderkunst“ im öffentlichen Leben zu erfassen und die Dynamik des Interesses an der „Kinderkunst“ zu verfolgen.
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