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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-811
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/81/


Müller, Heiko

Visueller Einfluß auf die Gangregulation von Kindern mit Zerebralparese

Dokument1.pdf (306 KB) (md5sum: 74e31e5e91830acfc1a4d12025c75d84)

Kurzfassung in Deutsch

Gegenstand der Untersuchungen war der Einfluß inkongruenter optischer und propriozeptiver Informationen auf das Gehen von Kindern mit Zerebralparese. Methode: Die Kinder gingen in einem virtuellen Tunnel (realisiert durch eine 3D-Tunnelprojektion) auf einem Laufband. Sie bekamen die Aufgabe, mit konstanter Geschwindigkeit zu gehen. Das Tempo der Projektion wurde mit einer Sinusfunktion moduliert. Es wurden 10 Kinder mit Zerebralparese (6-8 Jahre) mit 11 gleichaltrigen gesunden Kindern sowie 6 Kindern mit Zerebralparese (11-19 Jahre) verglichen. Ergebnisse/Diskussion: 1) Die Ganggeschwindigkeit wurde von den Kindern mit Zerebralparese durch den visuellen Mismatch signifikant stärker moduliert als von der Kontrollgruppe. Der Grund dafür lag überwiegend in einer signifikant größeren Schrittlängenmodulation der Kinder mit Zerebralparese. 2) Im Verlauf der Untersuchung adaptierten die Kinder mit Zerebralparese geringer als die gesunden Kinder (signifikant für die Schrittlängenadaptation). 3) Die 11-19 jährigen Kinder mit Zerebralparese modulierten signifikant weniger ihre Geschwindigkeit und Schrittfrequenz, nicht jedoch ihre Schrittlänge im Vergleich zur Gruppe der 6-8 jährigen Kinder mit Zerebralparese. Das bestätigte die Hypothese, daß bei Kindern mit Zerebralparese eine eingeschränkte propriozeptive Information oder Informationsverarbeitung vorliegt, die zu einer stärkeren visuellen Beeinflußbarkeit führt. 4) Im Gegensatz zu Erwachsenen wirkte sich der optische Mismatch bei allen Kindern nicht nur auf die Schrittlänge sondern auch auf die Schrittfrequenz aus. Das deutete auf eine engere Verknüpfung auf spinalem Niveau der beiden Parameter hin, die eine flexiblere Änderung nur in geringerem Ausmaß zuläßt. 5) Die EMG-Signale zeigten eine stärkere optische Abhängigkeit der Flexoren als der Extensoren. Das deutet auf die stärkere propriozeptive Abhängigkeit der Extensoren hin. Die Flexoren zeigen auch tierexperimentell eine stärkere zentrale Modulation.


SWD-Schlagwörter: Kind / Neurologie , Cerebrale Kinderlähmung , Visuelles System , Propriorezeptor , Gehen
Freie Schlagwörter (deutsch): Zerebralparese , Propriozeption
Freie Schlagwörter (englisch): cerebral palsy , proprioception , neuropediatrics , walking , visual system
Institut: Neurologische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Prof. Dr. med. W. Berger
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.01.1970
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 06.07.2000
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