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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-8149
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/814/


Rupp, Stephan

'The English Ionesco' : eine komparatistische Untersuchung des absurden Theaters N. F. Simpsons und Ionescos

'The English Ionesco' : a comparative analysis of the absurd theatre of N. F. Simpson and Ionesco

Dokument1.pdf (2.153 KB) (md5sum: 1b9489692ecbb96c269247b83bcf1e6e)

Kurzfassung in Deutsch

Diese Dissertation klärt weitgehend die Frage, warum der englische Dramatiker N.F. Simpson so sehr an Eugène Ionesco erinnert, dass ihm das 'Etikett' 'the English Ionesco' anhaftet.
Zunächst entpuppt sich im ersten Teil dieser Untersuchung eine vermeintliche essenzielle Gemeinsamkeit als fundamentaler Unterschied: Simpson ist, ganz im Gegensatz zu Ionesco, kaum Absurdist im weltanschaulichen Sinn. Daraus ergibt sich die Frage, ob in diesem Fall überhaupt von einem 'English Ionesco' die Rede sein kann, weil ein 'Ionesco ohne Absurdität' nicht vorstellbar ist.
Die Antwort, dass es dennoch möglich ist, geben Teil zwei und drei. Im zweiten Teil wird eine für beide Dramatiker ungewöhnliche dramatische Technik identifiziert. Ferner enthalten die Werke Simpsons und Ionescos eine spezielle, gezielte Kritik am so genannten 'logischen Positivismus'.
Im dritten Teil wird schließlich die Hauptantwort auf die Ausgangsfrage gegeben: Der englische Dramatiker hat in großem Stil Ideen von Ionesco übernommen. Allerdings wurde das von ihm so raffiniert kaschiert, dass bis zu dieser Untersuchung, d.h. knapp 50 Jahre lang, niemand etwas gemerkt hat. Obwohl es sich noch nicht um ein verschleiertes Literaturplagiat handelt, waren Simpsons Anleihen auch keine 'emprunts honnêtes'. Nach Pfisters Intertextualitätsmodell liegt hier lediglich eine 'schwache Intertextualität' vor.
Künftige Einträge zu Simpson in Literaturlexika müssen nun wohl umgeschrieben werden, es sei denn, Simpson fällt ganz heraus, war er doch schon seit geraumer Zeit nur noch ein 'has-been'. Die spannende Frage, wie Simpson zu dieser literarischen Praxis gekommen ist, wird wahrscheinlich, obwohl der englische Dramatiker noch lebt, für immer offen bleiben müssen. Ionesco, den Simpson öffentlich gering schätzte, hätte der Fall sicher interessiert.


Kurzfassung in Englisch

This PhD-thesis explores the question: Why has the English playwright N.F. Simpson reminded people so much of Eugène Ionesco that he became known as 'the English Ionesco'?
Part 1 of this study shows that an essential point the two dramatists were thought to have in common, in fact, constitutes a fundamental difference: Simpson can hardly be considered an absurdist in the metaphysical sense of the term, in stark contrast to Ionesco. This raises the question whether the label of 'English Ionesco' is justified at all: a 'non-absurdist Ionesco' is hardly imaginable.
Part 2 and 3, however, proceed to illustrate how the label is nonetheless justified. Part 2 describes an unusual dramatic technique that both playwrights employ. Furthermore, Simpson's and Ionesco's works contain a specific and unique criticism of 'logical positivism'.
Part 3 then gives the definite answer to the question posed at the beginning. The central thesis presented here is that the English playwright copied very many of Ionesco's ideas, veiling this practice so well, however, that it remained unnoticed until now (i.e. for about 50 years). Even though what we have here does not yet constitute a case of literary plagiarism, Simpson's borrowings were not 'honourable' ones. According to Pfister's theory of intertextuality, the intertextuality itself is, in this case, merely 'feeble'.
Future entries about Simpson in encyclopaedias of literature will probably have to be rewritten, unless Simpson is omitted altogether: for some time already he has been no more than a 'has-been'. An intriguing question remains: how did Simpson arrive at this practice? Although the English author is still alive, this question will very likely have to remain unanswered. Ionesco, who was disparaged by Simpson in an interview, would certainly have been interested in these findings.


SWD-Schlagwörter: Englisch / Literatur , Französisch / Literatur , Absurdes Drama , Vergleichende Literaturwissenschaft , Ionesco, Eugène
Freie Schlagwörter (deutsch): Simpson, Norman Frederick , Simpson verglichen mit Ionesco , das Absurde , A Resounding Tinkle , One Way Pendulum
Freie Schlagwörter (englisch): English Literature , French Literature , Theatre of the Absurd , Simpson, Norman Frederick , Ionesco, Eugène
Institut: Romanisches Seminar
Fakultät: Philosophische Fakultät II (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Englische, altenglische Literaturen
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Jurt, Joseph (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.07.2003
Erstellungsjahr: 2003
Publikationsdatum: 15.09.2003
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