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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-81596
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8159/


Scholz, Tobias Martin

Effekte der glossopharyngealen Insufflation auf das respiratorische System bei Apnoetauchern

Characteristics of the respiratory mechanical and muscle function of competitive breath-hold divers

Dokument1.pdf (551 KB) (md5sum: f02a5d683bbe8469c9502cb2e0940769)

Kurzfassung in Deutsch

Das Apnoetauchen erfreut sich einer wachsenden Anhängerschaft, nicht zuletzt aufgrund der Rekordleistungen einiger Ausnahmeathleten. Welche Effekte hat dabei die glossopharyngeale Insufflation (GI) auf das respiratorische System von Apnoetauchern?
In der vorliegenden Studie wurden bei acht Apnoetauchern im Vergleich zu Nicht-Tauchern und Gerätetauchern die lungenfunktionellen Daten, die Atemmuskelkraft, die CO2-Atemantwort und die Lungendehnbarkeit bestimmt. Zusätzlich erfolgten bei den Apnoetauchern die spirometrische Erfassung der GI und die Messung der statischen Lungencompliance (Cstat) direkt nach GI, sowie bei fünf Apnoetauchern der zeitliche Verlauf von Cstat nach GI über drei Minuten.
Alle erhobenen Daten der Ganzkörperplethysmographie und CO-Diffusion befanden sich im Normbereich. Neben den höchsten Werten der TLC, VCmax und RV war bei den Apnoetauchern ein signifikant verminderter, aber normwertiger Quotient von FEV1/VCmax festzustellen. Die bei Apnoetauchern erstmalig
durchgeführten Atemmuskelkraftmessungen erbrachten hochnormale Werte ohne Unterschiede im Gruppenvergleich. Die Atemantwort der Apnoetaucher auf ein Luftgemisch mit 6% CO2 war im Vergleich vermindert, was als Trainingseffekt erklärt werden könnte; Studien mit weiteren CO2-Konzentrationen sollten durchgeführt werden. Die Messung der Lungencompliance in Ruhe erbrachte bei allen Probanden Normwerte. Die erfassten Volumina, die durch maximale GI zusätzlich eingeatmet wurden, führten bei im Mittel 1,7 l zu einer signifikanten Erhöhung der Vitalkapazität, wie
zuvor berichtet. Die direkt nach GI ermittelten Werte von Cstat waren gegenüber dem Ruhewert signifikant erhöht.
Der bei fünf Apnoetauchern registrierte zeitliche Verlauf von Cstat, mit den Werten 1 min und 3 min nach GI, zeigte eine schrittweise Normalisierung. Diese Befunde können im Sinne einer transienten Überdehnung interpretiert werden. Bei normalen Ruhewerten kann kein Anhalt für Langzeitschäden bei langjährig erfahrenen Apnoetauchern festgestellt werden. Mögliche Spätschäden durch das wiederholte Ausführen der GI können aber nicht ausgeschlossen werden und machen Langzeitstudien zur weiteren Abklärung notwendig.


Kurzfassung in Englisch

Competitive breath-hold divers (BHD) employ glossopharyngeal insufflation (GI) to increase intrapulmonary oxygen stores and prevent the lungs from dangerous compressions at great depths. Glossopharyngeal insufflation is associated with inflation of the lungs beyond total lung capacity (TLC). It is currently unknown whether GI transiently over-distends the lungs or adversely affects lung elastic properties in the long-term.
Resting lung function, ventilatory drive, muscle strength, and lung compliance were measured in eight BHD who performed GI since 5.5 (range 2-6) years on average, eight scuba divers, and eight control subjects. In five BHD subsequent measures of static lung compliance (Cstat) were obtained after 1 and 3 min following GI.
Breath-hold divers had higher than predicted ventilatory flows and volumes and did not differ from control groups with regard to gas transfer, inspiratory muscle strength, and lung compliance. A blunted response to CO2 was obtained in BHD as compared to control groups. Upon GI there was an increase in mean vital capacity (VCGI) by 1.75 +/- 0.85 (SD) L compared to baseline (p < 0.001). In five BHD Cstat raised from 3.7 (range 2.9-6.8) L/kPa at baseline to 8.1 (range 3.4-21.2) L/kPa after maximal GI and thereafter gradually decreased to 5.6 (range 3.3-8.1) L/kPa after 1 min and 4.2 (range 2.7-6.6) L/kPa after 3 min (p < 0.01). We conclude that in experienced BHD there is a transient alteration in lung elastic recoil. Resting lung function did not reveal a pattern indicative of altered lung ventilatory or muscle function.


SWD-Schlagwörter: Freitauchen , Tauchen , Compliance <Physiologie> , Apnoe , Lungenelastizität , Atemregulation , Atemmuskulatur , Zwerchfell , Lungenvolumen
Freie Schlagwörter (deutsch): Glossopharyngeale Insufflation , Atemantrieb , Gerätetaucher
Freie Schlagwörter (englisch): glossopharyngeal insufflation , respiratory drive, scuba diver
Institut: Medizinische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Sorichter, Stephan (Prof. Dr.)
Quelle: http://www.springerlink.com/content/b6g887v852317027/
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.03.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 07.07.2011
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