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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-81811
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8181/


Lechner, Marco

Nutzungspotentiale crowdsource-erhobener Geodaten auf verschiedenen Skalen

Crowdsourcing geodata - capabilities on different scales

Dokument1.pdf (11.859 KB) (md5sum: 9cf94efa3288fa852e0875e27b8415bf)

Kurzfassung in Deutsch

Die Erfindung des Internet und dessen Evolution zum Web 2.0 haben unsere Gesellschaft nachhaltig und besonders in ihren sozialen Kommunikationsformen verändert. Dazu gehört neben dem Entstehen sozialer Netzwerke über Twitter, Facebook & Co. auch eine Hinwendung zu einer Sicht unter Berücksichtigung des Raumes. Die Geographie, die traditionell den Raum als Forschungsgegenstand und -perspektive hat, nimmt dabei die Position einer Schlüsselwissenschaft ein.
Diese Hinwendung zur Bedeutung des Raumes hat sich auch in der Evolution des Internet vollzogen und zu einer Integration kartographischer Elemente an der Spitze der technischen Weiterentwicklung geführt. Online-Routingdienste, Location based services (LBS), Flickr (Geographische Verortung von Fotos), Geotagging, Geocaching, Google Maps, GeoRSS und OpenStreetMap sind nur einige der heute zentralen auf einer Verortung basierenden Dienste, die diese Entwicklung deutlich machen.
Die Entstehung sozialer Netzwerke und die Enge gesellschaftliche Anbindung an das Internet haben aber auch eine neue Art der Gruppendynamik hervorgebracht. Ursprünglich im wirtschaftlichen Umfeld aufgefallen, stellt das Crowdsourcing eine Methode zur Datenerhebung dar, die auch oder besonders bei geographischen Daten sehr vielversprechend ist. Die Wikipedia, als bekanntestes nichtgeographisches Beispiel für Crowdsourcing, wendet diese Methode schon weit länger an, als der Begriff Crowdsourcing definiert wurde und lässt sich mit ihrer komplexen gewachsenen Struktur auch nicht mehr über die einfachen Definitionen der Crowd im Crowdsourcing beschreiben.
Auch in der Geographie bzw. geographischen Datenerhebung hat die Methode des Crowdsourcing, die auch als "volunteered geographic information", Neogeographie oder "user generated content" beschrieben wird, Fuß gefasst. Mehrere Initiativen, Projekte und auch Firmen setzen diese Methode zumindest als Ergänzung zu ihrem Geodatenmanagement ein. Im Falle von OpenStreetMap ist daraus ein weltweit beachtetes und die ganze Welt abdeckendes Projekt zur Erstellung einer freien Weltkarte geworden. OpenStreetMap erzeugt dabei stellenweise Daten von hoher Qualität was Datenumfang und Detailgenauigkeit angeht, so dass es die Daten von OpenStreetMap sogar mit denen von proprietären Anbietern aufnehmen können.
Die Verwendung der Daten in der öffentlichen Verwaltung oder auch in der freien Wirtschaft bleibt hinter dem zurück, was ein Blick auf die aus den Daten erzeugten Kartendarstellung suggerieren. Ein zentraler Punkt hierbei ist das fehlende Vertrauen in Nachhaltigkeit und Richtigkeit der Daten. Ausschlaggebend ist zum Einen die hohe zeitliche Dynamik, die das Projekt zeigt und dessen Geschwindigkeit die Angst vor dem nicht im Blick behalten können größer werden lässt als die Chance die hohe Dynamik als Möglichkeit hochaktuelle Daten zu bekommen zu sehen. Das Vertrauen in die Daten von crowdsource-erhobenen Daten ist unter anderem abhängig von einfachen Parametern wie Größe und Aktivität der Projektdaten.
Diese Arbeit gibt einen Überblick über die vielfältigen Ausprägungen des Crowdsourcing geographischer Daten in Form einer Inventur und Charakteristik. Dabei wird klar welche Parameter für Crowdsourcing-Projekte von Vorteil sind und welche Bedingungen sich eher negativ auswirken. In einem zweiten Schritt wird das innere der OSM-Crowd beleuchtet. Denn, um sich das Potential crowdsource-erhobener Geodaten erschließen zu können, sind auch Kenntnisse über die innere Struktur einer Crowd erforderlich. Es zeigt sich, dass die Crowd von OpenStreetMap differenziert ist in einen klassischen Crowd-Teil und einen Teil, der eher einer Community entspricht und mit hoher fachlicher Kenntnisse lenkenden Einfluss auf das Gesamtprojekt hat, aber auch dafür sorgt, dass die Daten überwacht und verbessert werden.
Im Rahmen einer Akteursanalyse wird dieses Gebilde aus Crowd und Community in ein Akteursnetzwerk eingebunden. Dabei zeigt sich, dass Verbindungen mit Wissenschaft und Privatwirtschaft bestehen, die Verknüpfung zwischen OSM und der öffentlichen Verwaltung aber, bis auf einige Ausnahmen auf kommunaler Ebene, noch nicht entwickelt ist. Von Seiten der Bundes- und Landesministerien existieren aber Initiativen, die die Nutzung von Crowdsourcing in der öffentlichen Verwaltung prüfen sollen.
Zum Abschluss wird anhand zweier Szenarien die Integration von OpenStreetMap auf kommunaler sowie auf Ebene der Länder konzeptionell angedacht.


Kurzfassung in Englisch

The invention of the Internet and its evolution to what is called Web 2.0 effectively changed our society especially our types of communication. Social networks like Twitter, Facebook & Co. came up and with them a focus on space. Geography traditionally is focusing on space as an object of research and therefore is taking positionas a key science on that.
The increase of the meaning of space also took part in the development of the internet and invented cartography as a webtechnique at the edge of technical development. Online routing services, location based services (LBS), Flickr (geocoding photos), geotagging, geocaching, Google maps, GeoRSS and OpenStreetMap is just a few of those new webbased services using positioning.
As a third development social networks and a society permanently connected to the internet created a new type of group dynamics. Crowdsourcing, formerly describe din the terms of business, comes out as a good method for colecting data, especially geodata. Wikipedia is one of the best known non-geographic examples, but also one where the primal definition doesn't fit anymore.
The method of crowdsourcing is reported to be succesful in collecting geographical data too and took place in the subject of geography described as "volunteered geographic information", "neogeography" or "user generated content". Lots of initiatives, companies, and projects use this method to complement their geodata. in case of OpenStreetMap it became a project which is well known and available all over the world. In some cases the data of OpenStreetMap is better in detail than proprietary products.
But the data is not commonly used by public authorities or even private companies. One major reason is the lack of trust in those data. It's not clear how sustainable the data is or if it is correct. and because of the tremendous drive in those projects, it's not easy to keep an eye on it, on the development of the data, the software and available tools.
This paper gives an overview on the characteristics of various crowdsource-based projects and tries to create an inventory from it. It becomes clear what factors are positive and which ones might be negative for drinving an succesful crowdsource-project. On a second step I'm focussing inside the crowd of OpenStreetMap, analysing its structure to get more information about the potential of such a project than just by focusing on its data. the crowd is divided in two parts, the main traditional crowd part and a smaller but very well educated and qualified part who is driving the project by organising himself in a community-like communication-structure. But it's also this part who supports the crowd with tools and applications to make it user to participate and contribute and to reduce the risk of errors and bugs.
As a next step stakeholders in the environment of OpenStreetMap is analysed by creating a network of significant stakeholders and their interconnections. The stakeholders are identified as science, private business and public authorities. the connection between OSM and the public authorities is to be developed. The authorities of state and federal states already have begun starting with that.
At the end to scenarios are drafted to show how OpenStreetMap could be integrated on a level of municipalities and on the level of the spatial data infrastructures of a federal state.


SWD-Schlagwörter: Geoinformatik , World Wide Web 2.0 , Open Innovation , Raumdaten , Geodateninfrastruktur
Freie Schlagwörter (deutsch): Crowdsourcing , OpenStreetMap , Freie Geodaten , Geodatenpolitik , INSPIRE
Freie Schlagwörter (englisch): volunteered geographic information , OpenStreetMap , Open geodata , Crowdsourcing
Institut: Institut für Physische Geographie
Fakultät: Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften, Geologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Glaser, Rüdiger (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.06.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 26.09.2011
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