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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-82589
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8258/


Wobst, Jana

Identifizierung von Körperflüssigkeiten und Haut mittels RNA-Markern für den forensischen Anwendungsbereich

RNA-based identification of body fluids and skin for forensic applications

Dokument1.pdf (1.556 KB) (md5sum: 5cd9f7f6d25561f4c984b1556e6da476)

Kurzfassung in Deutsch

Für die Aufklärung von Straftaten wird das genetische Profil der in einer Spur enthaltenen DNA über die Analyse sog. Short Tandem Repeats (STRs) als Sachbeweis bestimmt. Dieses kann im Idealfall durch einen Abgleich mit DNA-Profilen von Personen eindeutig zugeordnet werden. In vielen Fällen kann es von entscheidendender Bedeutung sein, zusätzlich zum DNA-Profil Informationen über die Art des Spurenmaterials zu erlangen. Bisher werden zur Spurencharakterisierung biochemische oder immunologische sowie mikroskopische Nachweisverfahren eingesetzt. Seit den letzten Jahren ist der Nachweis spezifischer mRNA- und rRNA-Transkripte, sog. RNA-Marker, zur Identifizierung von Spurenmaterial immer stärker im Fokus der Forschung. Vorteile dieser Methode sind die Kombinierbarkeit der RNA-Extraktion mit der DNA-Extraktion, größere Spezifität im Vergleich zu konventionellen Verfahren sowie universelle Anwendung auf jede Körperflüssigkeit und jedes Gewebe. Es wurden aus der Literatur bekannte RNA-Marker zur Identifizierung von Blut, Speichel, Sperma, Seminalplasma, Menstruationsblut und Vaginalsekret validiert sowie neue RNA-Marker zur Identifizierung von Epithelzellen der Epidermis etabliert. DNA und RNA wurden aus genannten Spuren mittels eines optimierten Koextraktionsprotokolls isoliert und im Vergleich dazu DNA mittels DNA-Einzelextraktion. Die gewonnen DNA-Extrakte wurden zur STR-Typisierung herangezogen. Es hat sich gezeigt, dass für beide Extraktionsmethoden ähnliche Probenmengen eingesetzt werden müssen, um vollständige Profile erstellen zu können. Um die RNA-Marker auf Sensitivität und Spezifität testen zu können, wurden diese nach Reverser Transkription der RNA-Extrakte einzeln mittels Polymerase-Ketten-Reaktion amplifiziert (Singleplex-PCR). Die Sensitivitäten waren vergleichbar mit denen konventioneller Charakterisierungsverfahren. Die Spezifität aller übernommenen RNA-Marker konnte ve-rifiziert werden. Die Haut-Marker waren nicht nur in epidermalen Epithelzellen, sondern auch in Vaginalsekret detektierbar, einer von ihnen zusätzlich in Menstruationsblut. Auf Grundlage dieser Vortests wurden die Primer der zugehörigen RNA-Marker verschiedenartig zusammengestellt, sodass eine simultane Amplifikation aller in diesem Ansatz inkorporierten RNA-Marker in einer einzigen PCR ermöglicht wurde (Multiplex-PCR). Mit drei verschiedenen erstellten Multiplexen war eine Identifizierung simulierter forensischer Spuren möglich.
Die Ergebnisse unterstreichen das bereits in etlichen Publikationen postulierte Potenzial der RNA-basierten Methode, herkömmliche Verfahren zur Spurencharakterisierung zu ersetzen. Eine Übernahme der Methode in die kriminaltechnische Routine setzt allerdings noch weitere Optimierungen und Validierungen voraus.


SWD-Schlagwörter: Messenger-RNS , Körperflüssigkeit , Epidermis , Haut , DNS , Satelliten-DNS , Genetischer Fingerabdruck , Blut , Sperma , Speichel , Ribosomale RNS
Freie Schlagwörter (deutsch): RNA-Marker , Vaginalsekret , Seminalplasma , Menstruationsblut
Institut: Institut für Biologie 2
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Diplom-, Magister-, Masterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 06.09.2011
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