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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-82632
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8263/


Carl, Clemens

Unbegreifliches Licht – Theodizee und Unbegreiflichkeit Gottes bei Karl Rahner

Unfathomable light – theodicy and incomprehensibility of god in Karl Rahner

Dokument1.pdf (965 KB) (md5sum: 04812ce8091cb3d30f63797ec2b5334c)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der für die Theologie zentralen Gottesfrage, näherhin mit der existenziellen Frage nach Gott und dem Leid. Sie möchte untersuchen, wie Karl Rahner (1904–1984), einer der einflussreichsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts und ein Mann der offenen Augen, dieses Problem in seinen Schriften behandelt.

Das Theodizee-Thema entzieht sich bei Rahner in den meisten Fällen und wurde deshalb in der Sekundärliteratur bislang allenfalls am Rande gestreift, jedoch nicht ausführlich – mit Bezug auf einschlägige Textstellen – behandelt. Auch nach den Gründen, warum Rahner sich kaum dazu geäußert hat, wurde noch nicht eingehender gefragt. Diese Lücke möchte die Arbeit schließen.
Um einen Zugang zu Rahners Werk zu finden, wurde eine Stichwortsuche durchgeführt und die gefundenen Textstellen auf ihre Relevanz hin analysiert. Zunächst wurde dabei in allgemeiner Form nach der Theodizee-Thematik gefragt. Im zweiten Schritt wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass Rahner seine Schriften zum großen Teil „nach Auschwitz“ verfasst hat, als sich die Theodizeefrage in verschärfter Form neu stellte. In besonderer Weise wurde Rahners Aufsatz „Warum läßt uns Gott leiden?“ berücksichtigt.
Es fällt auf, dass Rahner insbesondere das Problem des Bösen beschäftigt. Wenn er auch die Rückfrage an Gott offenhält, wehrt er sich doch im Sinne Augustins und in Frontstellung gegenüber Tendenzen seiner Zeit, das Phänomen der Schuld zu unterschlagen, dagegen, den Menschen aus der Verantwortung zu entlassen. Tendenziell ist eine Reduktion der Frage auf eine Theodizee des je eigenen Todes zu beobachten, was Rahners transzendentaltheologischem Ansatz geschuldet sein dürfte. Danach ist der Mensch grundsätzlich dazu aufgefordert, sich dem unbegreiflichen Geheimnis seines Daseins anzuvertrauen. Insofern hat Theodizee nichtbegreifend, in Glaube, Hoffnung und Liebe zu geschehen. Auschwitz bedeutet nach Rahner eine fundamentale Erschütterung des Gottesglaubens, der aber – gerade im Blick auf die Opfer der Geschichte – ein Gebot der Nächstenliebe bleibt, bietet er doch eine Perspektive der Hoffnung.


Kurzfassung in Englisch

This thesis deals with the question of God that is central to theology, more particularly with the vital question of God and human suffering. Its purpose is to analyze the way in which Karl Rahner (1904–1984), one of the most influential theologians of the 20th century and a man with eyes wide open on things, treats this problem in his writing.

In Rahner the topic of theodicy is difficult to grasp in most cases and has therefore been dealt with – if at all – in a marginal way in secondary literature; but it has never been treated in any depth and with direct reference to pertinent text passages. Furthermore, the reasons why Rahner hardly ever dealt with the subject explicitly have not yet been focused on. This thesis means to close this gap.
In order to approach Rahner’s work a keyword search has been made and the references found have been analyzed with regard to their relevance. During a first approach the question of the theodicy topic was asked more generally. In a second step it was taken into account that Rahner wrote most of his works “after Auschwitz” when the question of theodicy was put anew and more poignantly. Particular consideration was given to Rahner’s essay “Why does God allow us to suffer?”.
Obviously the problem of evil is his main concern. Even though he admits the reproachful question to God, he follows Augustine and is in opposition to tendencies of his time that reject the phenomenon of guilt, when he refuses to relieve man from personal responsibility. There seems to be a tendency to reduce the question to a theodicy of individual death; this may be due to Rahner’s transcendental-theological approach. According to this approach man is principally asked to have confidence in the incomprehensible mystery of his existence. Insofar theodicy has to come about – non-comprehendingly – in faith, hope and love.
As to Rahner, Auschwitz marks a fundamental challenge to the belief in God, which remains however – especially with regard to the victims of history – a commandment of brotherly love, offering a perspective of hope.


SWD-Schlagwörter: Theodizee , Rahner, Karl , Unbegreiflichkeit Gottes , Theologie nach Auschwitz
Freie Schlagwörter (englisch): theodicy , rahner, karl , incomprehensibility of god , theology after auschwitz
Institut: Institut für Systematische Theologie
DDC-Sachgruppe: Christliche Theologie, Christentum
Dokumentart: Diplom-, Magister-, Masterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 06.09.2011
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