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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-82645
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8264/


Mühleis, Katja

Effekte unterschiedlicher Schlafprotokolle auf die Schlafarchitektur, die Tagesmüdigkeit und die Befindlichkeit Jugendlicher

Effects of different sleep protocols on sleep architecture, daytime sleepiness and well-being of adolescents

Dokument1.pdf (1.037 KB) (md5sum: 910d35a296e9c352ce684ddfce83f248)

Kurzfassung in Deutsch

Zahlreiche Studien der letzten Jahre kamen zu dem Ergebnis, dass Adoleszente weltweit häufig nicht die empfohlenen neun Stunden Schlaf pro Nacht einhalten, sondern deutlich weniger schlafen. Unklar blieb bisher jedoch, inwiefern sich dieser chronische Schlafmangel auf die Schlafarchitektur und das subjektive Schlafempfinden auswirkt und welche Folgen für das Befinden und die Tagesmüdigkeit von Jugendlichen zu erwarten sind.
In der vorliegenden Studie kam ein explorativ experimentelles, randomisiertes Parallelgruppendesign zum Einsatz, indem 88 gesunde Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren in 5 Gruppen geteilt wurden und unterschiedliche Schlafprotokolle einzuhalten hatten. Auf eine, für alle Teilnehmer neun Stunden dauernde Baseline-Nacht, folgten vier Nächte, in denen die Schüler verpflichtet waren, entweder fünf, sechs, sieben, acht oder neun Stunden zu schlafen. Sowohl die Baseline- als auch die letzte Nacht wurde im Schlaflabor polysomnographisch überwacht.
Sowohl die mittels Polysomnographie erhobenen Variablen, als auch die Spektralanalyse des NREM- EEGs zeigten einen signifikanten linearen Anstieg des relativen Anteils an SWS bzw. der SWA mit zunehmender Schlafrestriktion. Demgegenüber kam es zu einer signifikanten gleichsinnigen Abnahme des Leichtschlafs und des REM- Schafs von der neun-Stunden-Gruppe zur fünf-Stunden-Gruppe. Erwartungsgemäß fühlten sich die Jugendlichen im Durchschnitt umso müder, je weniger Schlaf ihnen das Studienprotokoll erlaubte. Auch dieser Effekt erreichte das Signifikanzniveau und konnte mit Hilfe des MSLT objektiviert werden. Gleiches galt für die Befindlichkeit der Studienteilnehmer, die umso schlechter war, je weniger Schlaf den Probanden zugestanden wurde.
Frühere Experimente zur Schlafrestriktion bei Erwachsenen kamen weitgehend zum selben Ergebnis. Bisher liegen jedoch keine vergleichbare Studien bei Jugendlichen vor. Aus Gründen der hohen Prävalenz von chronischem Schlafmangel bei Adoleszenten und den weitreichenden Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus im Zuge der Pubertät sind weitere Untersuchungen über längere Zeitspannen empfehlenswert.


Kurzfassung in Englisch

Numerous studies in recent years came to the conclusion that adolescents around the world sleep significantly less than the recommended nine hours. However, it remained unclear so far how this chronic lack of sleep affects sleep architecture, subjective sleep quality, well-being and daytime sleepiness of teenagers.
The present survey used an explorative experimental, randomized, parallel-group design. 88 healthy adolescents between 14 and 16 years were divided into five groups with different sleep protocols. After one baseline night of nine hours the participants were obliged either to spend five, six, seven, eight of nine hours in bed for four consecutive nights under controlled conditions, that excluded daytime sleep. The baseline night and the last night were monitored in the sleep laboratory.
Both polysomnography and spectral analysis of NREM sleep EEG showed a significant linear increase in the relative proportion of SWS and SWA with increasing sleep restriction. In contrast, there was a significant decrease of light sleep and REM sleep in the nine-hour group compared to the five-hour group. As expected participants felt significantly more tired the less sleep they achieved. This effect was objectified with the MSLT. The same was true for the well-being of the study participants: their condition was declining the shorter sleep they got.
Previous research into chronic sleep restriction in adults had largely the same results. So far, however, there are no comparable studies in adolescents. Due to high prevalence of chronic sleep deprivation in adolescents and the dramatical change of sleep patterns and sleep regulation with the onset of puberty further investigation is recommended.


SWD-Schlagwörter: Schlaf , Polysomnographie , Tagesmüdigkeit , Befindlichkeit
Freie Schlagwörter (deutsch): Jugendliche , Schlafmangel , Schlafarchitektur
Freie Schlagwörter (englisch): sleep , adolescents , polysomnography , daytime sleepiness , sleep restriction
Institut: Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Voderholzer, Ulrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.11.2010
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 07.09.2011
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