Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-83147
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8314/


Hentrich-Hesse, Thomas

Nicht-medikamentöse Therapieformen bei früher Alzheimer-Krankheit : Evaluation der Therapieinterventionen "Prädiktives Monitoring bei Morbus Alzheimer" (PMA®) und "Psychoedukative Gesprächstherapie" ; eine explorative Studie

Potential non-pharmaceutical therapies for early-onset Alzheimer's disease : evaluation of therapeutical intervention "Prädiktives Monitoring bei Morbus Alzheimer" (PMA®) and "Psychoedukative Gesprächstherapie" ; an exploratory study

Dokument1.pdf (1.556 KB) (md5sum: c74ecfabe8250fc4a85dbe5457588cb4)

Kurzfassung in Deutsch

Neben medikamentösen Möglichkeiten bei der Alzheimer Krankheit werden seit langem auch verhaltenstherapeutische Interventionen diskutiert, sogenannte ‚kognitive Stimulationen’. Wenig bekannt ist, dass es inzwischen zu solchen Therapie- Programmen erste Evaluationsstudien gibt, die – aufgebaut wie eine Medikamenten-Evaluation – zeigen, dass auch auf diese Weise über mindestens ein halbes Jahr eine Stabilisierung des kognitiven Leistungsniveaus möglich ist.
Im Rahmen einer Studie wurden drei Gruppen von Alzheimer-Patienten im frühen Stadium der Krankheit (MMSE 21 bis 26 auf 30 Punkte) einander gegenübergestellt; alle drei Gruppen wurden mit einem klassischen Acetylcholinesterase-Hemmer mediziert. - Eine erste Gruppe wurde (zusätzlich) gesprächstherapeutisch-psychoedukativ betreut (zwei Sitzungen pro Woche). - Eine zweite Gruppe wurde (ebenfalls zusätzlich zur Medikation) mit im Neurolinguistischen Labor entwickelten Materialien PMA® kognitiv stimuliert (Prädikatives Monitoring bei Alzheimer-Krankheit). Dabei sind im PMA®-Programm breit gestreut solche Teilprozesse der alltäglichen Sprachverarbeitung und des kommunikativen Austauschs gesammelt, in denen auf den laufenden Kontext zurückgegriffen und/oder Musterwissen über Kontextzusammenhänge einbezogen werden muss. Das erfordert gleichermaßen die exekutiven Fähigkeiten der kurzzeitigen Repräsentation von Kontext, und (im Rahmen dessen) die Fokussierung auf die für die Verarbeitung relevanten Kontextaspekte (eben solche Verarbeitungsschritte – und zunächst nur solche Verarbeitungsschritte - sind bei einer Alzheimer-Krankheit gestört). – Eine dritte Gruppe wurde nur mediziert.
Was die Auswirkung der PMA®-Übungsformen angeht, so wurde davon ausgegangen, dass sich
(a) die alltägliche Sprachverarbeitung stabilisiert und verbessert, dass
(b) Übertragungseffekte auf die Ausbildung von Neugedächtnis und auf visuo-konstruktive Fähigkeiten stattfinden; ferner: dass eine Übertragung von der Übungssituation in den Alltag stattfindet bzw. für die Zeit der Therapie kommunikative Alltagsfähigkeiten, soweit sie in den ADL (Aktivitäten des täglichen Lebens) und IADL (Instrumental Activities of daily living) erfasst werden, stabil bleiben oder sich verbessern, dass
(c) die „subjektive Lebensqualität“ stabil bleibt oder sich sogar verbessert, und dass
(d) die PMA®-Gruppe zum Abschluss der Therapiephase in allen Punkten (a) bis (c) bessere Leistungen zeigt als die Experimentalgruppe 3 (ohne spezifische Interventionen, ‚nur’ mediziert), ferner
(e) dass die PMA®-Gruppe zum Abschluss der Therapiephase in allen Punkten (a) bis (c) bessere Leistungen zeigt als die die gesprächstherapeutisch-psychoedukativ betreute Experimentalgruppe 2.
Die Studie war erfolgreich und eröffnet völlig neue Perspektiven für die Therapie und Betreuung von Alzheimer-Patienten. Es zeigten sich insbesondere therapeutische Synergieeffekte der Kombination von Medikation (zum zeitlich befristeten Erhalt kognitiver Ressourcen) und kognitiver Stimulation (Nutzung noch vorhandener kognitiver Ressourcen zu funktionalen Reorganisationen – des Aufbaus zusätzlicher Umwegleistungen wie der Etablierung kognitiver Redundanz).


Kurzfassung in Englisch

Besides the pharmaceutical options for treating Alzheimer's disease other means of intervention based on behavioural therapy have entered the debate on treatment in recent years; Emphasis is placed in this study on the so-called “Cognitive Stimulations”.
Although there have been a number of evaluative studies of behavioural therapy programmes, it is questionable whether, with the exception of one or two studies, these studies merit the use of the term “evaluation”, and this problem appears to have aroused little attention.
There was an explorative pilot study in which two groups of patients (both groups non-medicated) in the early stages of the Alzheimer’s disease (MMSE 21 to 26 of 30 points) will be compared. Biographical-psychoeducative interventions have been done by one of the groups on a regular basis, while the second group will be treated with the stimulation material PMA® developed in neural linguistic laboratory (Predictive Monitoring in Alzheimer’s disease). The PMA®-Program stimulates a range of those subprocesses activated in daily language processing and communicative exchange that require ongoing reference to the context and to pattern knowledge about the contextual relationships. This in turn requires the executive ability of short-term representation of context within which to focus attention on processing of relevant aspects of the given context (it is these elements of processing that are impaired in Alzheimer's disease). A third group is medicated and compared to the two groups.
The impact of the different exercises of PMA® are such that we can assume (a) improvement and stabilisation of daily language processing, (b) transfer effects in forming new memories and in visuo-constructive abilities; in addition, an improvement or stabilisation of the transfer of everyday communication abilities from the exercise situation to daily life during the period of the therapy, as far as these can be measured with the ADL (activities of daily living) and IADL (Instrumental Activities of daily living), (c) stabilisation or even improvement in subjective quality of life; and, we can assume that (d) the PMA®-Group will show better performance in all the points (a) to (c) at the end of treatment than the non-specifically trained Alzheimer patient group.
The results of this study were positive and exploratory results indicate the very promising potential of this approach. The study showed synergy effects in combination of pharmaceutical medication and cognitive stimulation.


SWD-Schlagwörter: Neurolinguistik , Alzheimer-Krankheit , nicht-medikamentös , Therapie , PMA , Prädiktives Monitoring
Freie Schlagwörter (englisch): neurolinguistic , Alzheimer´s Disease , non-pharmaceutical , therapy , PMA , predicitive monitoring
Institut: Deutsches Sem. 1: Inst. f. Deutsche Sprache u. Ält. Lit.
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Deutsch, germanische Sprachen allgemein
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Schecker, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.04.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 12.10.2011
Indexliste