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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-83491
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8349/


Volkova, Anna

Dunkle Gottesbilder : psychoanalytische Interpretationen zu Jonas Gardells Werk

God as darkness : psychoanalytic interpretations of Jonas Gardell's works

Dokument1.pdf (2.177 KB) (md5sum: bf2f5226701820040afe541071ed0b28)

Kurzfassung in Deutsch

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Ursprüngen der religiös konnotierten Angstphantasien („dunkle Gottesbilder“) und traumatischen Fixierungen im Werk Gardells und mit den Strategien ihrer Verarbeitung und Bewältigung im Prozess des Schreibens.
Es geht in der Arbeit darum, die Gestaltung der religiösen Motive und Metaphern als unbewussten Prozess zu begreifen und die dort verschlüsselten unbewussten frühkindlichen Phantasien, Ängste und Wünsche als kreative Antwort des Autors auf seine traumatischen Erfahrungen mit den primären Beziehungsobjekten zu verstehen. Diese verdrängten Inhalte, die in sprachlichen Bildern ihren Ausdruck finden, mithilfe des assoziativen Verfahrens zu dechiffrieren und mit den Kategorien der psychoanalytischen Theorie das in ihnen kodierte frühkindliche Beziehungsszenario zu rekonstruieren ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung. Es wird in der Arbeit der Frage nachgegangen, ob die dämonischen Gottesbilder in den Romanen sich als unwillkürliche, unbewusste Übertragungen der gescheiterten und konflikthaften Elternbeziehung auf die religiösen Instanzen begreifen lassen und unter welchen Voraussetzungen diese Übertragungen zustande kommen könnten.
Anhand dreier Romane – "Passionsspelet", "Frestelsernas berg" und "Fru Björks öden och äventyr" – wird hier untersucht, ob und inwiefern das Muster gestörter kindlicher Beziehungen mit den frühen Bezugspersonen das Entstehen der dunklen religiösen Phantasien beeinflusst und wie diese Gesamtphantasie in unbewussten Schichten der literarischen Texte ihren Ausdruck findet. Dabei werden geschwärzte Gottesbilder in Romanen auf ihre präödipalen, ödipalen und narzisstischen Strukturen analysiert. Die Gegenüberstellung dreier fiktionaler Werke mit dem später entstandenen Sachbuch "Om Gud" und die Untersuchung anderer Texte sollen einen Einblick in die Entfaltung und Entwicklung der dunklen Gottesbilder im weiteren Verlauf von Gardells Autorschaft gewähren. Im Mittelpunkt dieser vergleichenden Analyse steht die Frage, ob sich die Teufelsbilder im Laufe von Gardells literarischem Schaffen verändern und entwickeln oder ob sie konstant bleiben.


Kurzfassung in Englisch

In this doctoral thesis, I trace the roots of fears and traumatic fixations with religious connotations (notions of God as darkness) in Jonas Gardell’s works, with a primary focus on how writing is used as a strategy of confronting and coping with these anxieties and fixations.
I argue that the development of religious motifs and metaphors can be interpreted as an unconscious process and that the encrypted and unconscious early childhood fantasies, fears, and desires are the author’s creative response to his traumatic experiences from relationships with primary objects. With the help of the associative process, I attempt to decode the content expressed in poetic language and reconstruct repressed memories early childhood relationship scenarios with the theoretical categories of psychoanalysis. I explore the question of whether the demonic notions of God found in the novels can be read as involuntary and unconscious projections of Gardell’s failed and conflict-ridden relationship with his parents onto religious figures of authority and under what circumstances these projections occur.
Based on the analysis of three of Gardell’s novels, "Passionsspelet", "Frestelsernas berg", and "Fru Björks öden och äventyr", I identify the pattern of dysfunctional childhood relationships with early attachment figures and discuss how this inspires dark religious fantasies while also sounding out the unconscious levels of this overall fantasy world in the literary texts. This analysis is centered on the pre-Oedipal, Oedipal, and narcissistic structures of notions of God as darkness. I also compare Gardell’s three works of fiction to his non-fiction work, "Om Gud", as well as several other of his texts to illustrate the origins and development of these dark images of God in his authorship. The purpose of this investigation is to determine whether these dark images of God remain constant throughout his works, or whether a development can be determined.


SWD-Schlagwörter: Gardell, Jonas , Gottesdarstellung , Angstbewältigung <Motiv> , Narzissmus <Motiv> , Psychoanalyse , Religionspsychologie , Ödipuskomplex <Motiv>
Freie Schlagwörter (deutsch): Gottesbilder , Elternbilder , psychoanalytische Literaturwissenschaft , religiöse Angstphantasie , Trauma (Bewältigung)
Freie Schlagwörter (englisch): Gardell, Jonas , Oedipuscomplex , Pre-Oedipal , Narcissism , Psychoanalytic literary criticism
Institut: Skandinavisches Seminar
Fakultät: Philologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Deutsche und verwandte Literaturen
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Anz, Heinrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.05.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 11.11.2011
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