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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-84172
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8417/


Aarabi, Ghazal

Postoperative Untersuchungen zur Rehabilitation von Patienten mit operierten Mundboden- und Zungenkarzinomen

Postsurgical researches of rehabilitation after oral surgery of squamos cell carcinoma and tongue carcinoma

Dokument1.pdf (1.911 KB) (md5sum: 59e8abb61f78b012d60f350f4a7dc0d5)

Kurzfassung in Deutsch

Mundhöhlen- und Rachenraumkarzinome haben im Jahr 2006 eine Inzidenz von 3,5 % bei Männern und 1,5 % bei Frauen. Damit verbunden ist nicht nur ein erhöhtes Mortalitätsrisiko, sondern auch eine große Beeinträchtigung der klinischen Funktionen, der Sprachverständlichkeit und der Lebensqualität für die betroffenen Patienten.
In der vorliegenden Arbeit wurden 48 Patienten mit einem Mundboden- und/oder Zungenkarzinom, die in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg behandelt wurden, retrospektiv nachuntersucht. Es wurden Daten zur klinischen Funktion (Clinic score), Lebensqualität (EORTC, OHIP), Sprachverständlichkeit (Fs, Gs) und zur Art der Behandlung erhoben. Untersucht wurde, ob sich die Lokalisation der Resektion, die Rekonstruktionsart, der Einsatz einer Radiatio und die Lymphknotenausräumung unter Berücksichtigung der Tumorgröße und des Zeitintervalls seit der Operation auf die Beeinträchtigung (klinische Funktion, Lebensqualität, Sprachverständlichkeit) der Patienten ausgewirkt hat.
Dabei zeigt sich, dass Patienten, die eine Radiatio oder eine Knochenresektion erhalten haben, eine besondere Risikogruppe für das Erleben einer ausgeprägten klinischen Beeinträchtigung darstellen. Zudem stellt eine Transplantatrekonstruktion oder Radiatio einen Risikofaktor für eine eingeschränkte Sprachverständlichkeit dar. Hierbei darf die Tumorgröße, welche die Rekonstruktion mit einem mikrochirurgischen Transplantat notwendig macht, nicht außer Acht gelassen werden. Daher müssen bei der Rehabilitation dieser Patienten auch spezifische den Tagesablauf erschwerende Einschränkungen, wie beispielsweise die Artikulation oder die Einschränkung bei der Nahrungsaufnahme, mit berücksichtigt werden. Das Ziel der Therapie sollte nicht nur funktionelle, sondern auch ästhetische Parameter mit einschließen. Denn nur so kann eines der elementaren Ziele der Tumortherapie, nämlich der Erhalt der Lebensqualität, erreicht werden [Bootz, 1997].
Abschließend lässt sich sagen, dass die vorliegende Studie dazu beitragen konnte, ein differenziertes Gesamtbild von Patienten mit Mundboden- und/oder Zungenkarzinomen zu erfassen. Dabei konnten verschiedene Faktoren identifiziert werden, die das Risiko einer Beeinträchtigung für die Patienten erhöhen. Für die Zukunft wünschenswert wäre eine empirische Validierung der vorliegenden Ergebnisse durch Studien, die neben einem größeren Stichprobenumfang auch die Veränderungen der Beeinträchtigung über die Zeit zur Erfassung des posttherapeutischen Rehabilitationsbedarfs und dessen Etablierung in die durchgeführte Therapie mit einbeziehen.


Kurzfassung in Englisch

In 2006, 3,5 % of all men and 1,5 % of all women of the German population suffered from oral squamous cell carcinomas which include not only a high mortality risk but also an impairment of the clinical functions, the speech intelligibility and the quality of life.
This work questioned retrospectively 48 patients who suffered from a squamous cell carcinoma and/or tongue carcinoma and were treated in the Oral and Maxillofacial Surgery Department in Freiburg. The data was collected with reference to the clinical functions (Clinic score), quality of life (EORTC, OHIP), speech intelligibility and the types of treatment. To which extent the localization of the resection, the type of reconstruction, the usage of radiation and the lymph nodes dissection in due consideration of the size of the tumor and the point in time of surgery had effects on the impairment of the clinical functions, the quality of life and the speech intelligibility of the patients was in the centre of this study.
It was shown that patients who were treated with a radiation or a bone resection have a higher risk of an impairment of the clinical functions. The flap reconstruction or radiation increased the risk of having limited speech intelligibility and taking into account the foresaid, impairments concerning the articulation or the ingestion have to be reconsidered for the process of rehabilitation. To achieve a crucial goal in the treatment of tumors, the preservation of the quality of life, it is important to focus on aesthetic, as well as on functional aspects.
In conclusion, the present research can help to create a differentiated picture of patients with squamous cell carcinoma and tongue carcinoma. Various aspects could have been identified, which increase the risk of a higher impairment for patients. An empirical validation of the results of the present study which includes more samples and the changes of the impairment over the time would be desirable to provide more information about the posttherapeutic need for rehabilitation.


SWD-Schlagwörter: Mundbodenkrebs , Zungenkrebs , Lebensqualität , Sprachverstehen
Freie Schlagwörter (deutsch): klinische Funktion
Freie Schlagwörter (englisch): oral squamous cell carcinomas , clinical function , quality of life , speech intelligibility
Institut: Medizinische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Schön, Ralf (Prof. Dr. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.11.2011
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 02.01.2012
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