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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-85146
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8514/


Kimmerle, Harald

Quantitative und qualitative mikrobielle Analyse dentaler Aerosole

Quantitative and qualitative analysis of air borne microbes in different dental environments

Dokument1.pdf (3.388 KB) (md5sum: 1394b63e8a06191daefd39e340017621)

Kurzfassung in Deutsch

Fragestellung: Nosokomiale Infektionen sind nach wie vor ein zentrales klinisches Problem. Fraglich ist, in welchem Ausmaß das zahnärztliche Behandlungsumfeld ein Übertragungsrisiko für den Patienten und das Behandlungspersonal birgt. Das Ziel dieser Arbeit war die vergleichende quantitative und qualitative Analyse von Aerosolen, die während der zahnärztlichen Behandlung entstehen und nachzuweisen sind.
Material & Methoden: Ein Behandlungssaal mit 15 Behandlungseinheiten und ein Behandlungsraum in einer Zahnarztpraxis wurden im Vergleich zu einem nichtmedizinischen, öffentlichen Raum untersucht. Die Kolonienbildenden Einheiten (KbE) pro m3 wurden bestimmt und alle isolierten Bakterien durch biochemische und morphologische Analysen, Gaschromatographie sowie falls erforderlich 16S rRNA- Gensequenzierung identifiziert. Zusätzlich wurde der Nachweis gezielt von Enterococcus faecalis aus Spezialagarplatten versucht.
Ergebnisse: Die KbE im Behandlungssaal lagen zwischen 20 und 1050 KbE m-3. Die Höchstwerte während der Behandlung lagen unter 800 KbE m-3. Die Werte in der zahnärztlichen Praxis lagen zwischen 200 und 800 KbE m-3 und damit geringfügig aber nicht signifikant unter dem Niveau der Klinik (p>0,05). Der Anteil der Mikrokokken betrug in der Klinik 57%, in der Praxis 56% und in der Bankfiliale 70%. Die Gruppe der Koagulase-negativen Staphylokokken machte in der Klinik 35%, in der Praxis 38% und in der Bankfiliale 25% aus. Es konnten keine signifikanten Unterschiede in der Zusammensetzung der Aerosole zwischen den drei untersuchten Örtlichkeiten festgestellt werden (p>0,05).
Schlussfolgerung: Die zahnärztliche Behandlung und die Anzahl der Behandlungsstühle hatte keinen signifikanten Effekt auf die Höhe der gemessenen Lebendkeimzahl und auf die mikrobielle Zusammensetzung der Aerosole. Es zeigte sich, dass von den untersuchten mikrobiellen Aerosolen der Klinik und der Praxis kein höheres Risiko ausgeht als von den Aerosolen des öffentlichen Raumes. Ferner wurde deutlich, dass eine Standardisierung der Untersuchung mikrobieller Aerosole in der Zahnarztpraxis notwendig ist.


Kurzfassung in Englisch

Objective: Nosocomial infections are still of main concern. The question arises to which extend dental treatment rooms pose a potential transmission risk for the patients and the medical staff. The aim of this study was the qualitative and quantitative analysis of aerosols existing during dental treatment.
Methods: A multi-chair and a single chair treatment room, were examined in comparison to a non-medical communal room during four days. The colony forming units/m3 (CFUs) were determined and isolated bacteria were characterised by morphological and biochemical analysis, gas chromatography and by 16S rRNA-gene sequencing. Additionally, it was selectively searched for enterococci.
Results: The CFUs in the multi-chair treatment room were between 20 and 1050 CFU/m3. During treatment the maxima reached were below 800 CFU/m3. The maximum values in the dental practice remain slightly but not significantly below the level of the clinic (p>0.05). The values were between 200 and 600 CFU/m3. In the communal unit, the CFUs were between 200 and 800 CFU/m3. The proportion of micrococci was 56.8% in the clinic, 56.07% in the practice and 69.67% in the bank-open office. Coagulase-negative staphylococci constituted 35% at the dental clinic, 25% at the bank and 38% at the dental practice. No significant differences in the microbial composition of dental aerosols among all units were detected (p>0.05).
Conclusion: the number of dental chairs had no effects on the airborne bacterial load. The risk of microbial aerosols in dental clinic is not higher than in the communal unit.


SWD-Schlagwörter: Aerosol , Zahnmedizin , Quantitative Analyse , Qualitative Analyse , Bakterien , Mikrobiologie , Schimmelpilze , Ribosomale RNS <16S> , Raumluft , Gas
Freie Schlagwörter (deutsch): Luftkeime
Freie Schlagwörter (englisch): dental aerosols , airborne bacterial load , 16S rRNA , biochemical tests , Gas chromatography
Institut: Zahn-, Mund- und Kieferklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Hellwig, Elmar (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.10.2011
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 19.03.2012
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