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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-85701
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8570/


Gille, Melanie

Wahrnehmung emotionaler Stimuli bei Patientinnen mit Essstörungen und Depression

Emotional perception in patients with eating disorders in comparison with depressed patients

Dokument1.pdf (1.497 KB) (md5sum: a19aab65a2f0776fadb2a897eaf20a0f)

Kurzfassung in Deutsch

Prozesse der Emotionswahrnehmung und -regulation spielen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen eine zentrale Rolle. Aspekte der Emotionsverarbeitung werden daher im Rahmen verschiedener Erkrankungen erforscht, wobei sich unterschiedliche Veränderungen zeigen. Allerdings ist diesbezüglich nicht klar, wie diese Veränderungen genau aussehen und welchen Einfluss sie auf die Erkrankungen haben. Unsere Studie untersuchte das emotionale Erleben, ausgelöst durch visuelle Stimuli, anhand verschiedener Krankheitsbilder, Depression und Essstörungen, um krankheitsspezifische und krankheitsübergreifende Veränderungen der Emotionswahrnehmung zu erfassen.
Zur Untersuchung der Emotionswahrnehmung verwendeten wir Bilder aus dem International Affective Picture System, die in die Kategorien „reine“ Emotionsbilder (Angst, Ärger, Trauer, Freude) und „gemischte“ Emotionsbilder (Angst-Ärger, Angst-Trauer) eingeteilt wurden. Die Patientinnen bewerteten ihr Erleben der Bilder entsprechend den fünf Basisemotionen Angst, Ärger, Ekel, Freude und Trauer.
Hierbei zeigten sich störungsübergreifende Veränderungen in den Emotionskategorien Ärger und Freude. Sowohl Depressive als auch Essstörungspatientinnen zeigten im Vergleich zu Gesunden signifikant weniger Ärger beim Betrachten der Ärgerbilder, eine Emotion, die hohe interpersonelle Relevanz hat und möglicherweise in Zusammenhang mit Genese und Aufrechterhaltung der Erkrankung steht. Bilder, die Freude beinhalteten, wurden von beiden Patientinnengruppen mit einem geringeren Freudeerleben bewertet, was in engem und direktem Zusammenhang mit der Depressionsschwere stand. Als störungsspezifisch zeigte sich ein im Vergleich zu gesunden Kontrollen vermehrtes Empfinden von Ekel depressiver Patientinnen.
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass sich mehr störungsübergreifende als störungsspezifische Auffälligkeiten im Vergleich zu gesunden Kontrollen zeigten. Der Emotion Ärger scheint dabei eine besondere Bedeutung zuzukommen


Kurzfassung in Englisch

Emotion regulation is a key issue for many psychiatric and psychosomatic disorders, including eating disorders. Eating disordered patients (EDP) show high levels of depressive comorbidity, and there is much uncertainty about disorder-specific deficits. This study is aimed at delineating disorder-specific disturbances of emotional perception in EDP.
Fifty-two EDP were compared with 35 depressed patients (DP) and 25 healthy controls. They rated their emotional experience when viewing visual emotional stimuli. Emphasis was placed on the patients' perception of their own emotions and not on the recognition of emotions in others. Severity of depression was assessed by the Beck Depression Inventory.
Eating disordered patients and DP reported less anger than healthy controls-independent of the severity of depression. In addition, DP showed increased levels of disgust when confronted with anger stimuli. Happiness was rated less in EDP and DP, which was associated with severity of depression. There were no differences between the EDP subgroups bulimia nervosa and anorexia nervosa.
Eating disordered patients and DP showed alterations of emotional perception of anger, an emotion which is closely linked to interpersonal difficulties. Alterations in emotional perception of EDP and DP might be due to more general emotion regulation disturbances. In order to detect more subtle differences between psychiatric subgroups, more sophisticated investigation tools are needed. Increased disgust ratings in DP merit further investigation.


SWD-Schlagwörter: Depression
Freie Schlagwörter (deutsch): Esstörungen , Emotionswahrnehmung , Emotionsregulation , Ärger
Freie Schlagwörter (englisch): emotional perception , emotion regulation , depression , eating disorders , anger
Institut: Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Zeeck, Almut (Prof.Dr.)
Quelle: Eur Eat Disord Rev. 2011 Jun 29. doi: 10.1002/erv.1132.
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.01.2011
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 16.05.2012
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