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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-85824
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8582/


Beeker, Annika

KASPAR-Studie - Kinder als Angehörige von schwerkranken oder sterbenden Patienten : eine qualitative Erhebung

KASPAR-survey - children of ill or dying patients

Dokument1.pdf (1.938 KB) (md5sum: 9806fe74f2ea089a5a9913df60dd8a1b)

Kurzfassung in Deutsch

Die KASPAR-Studie ist eine qualitative Erhebung zum Thema Krankheit und Tod eines Elternteiles unter Berücksichtigung der Perspektive der Kinder, des kranken Elternteiles und des gesunden bzw. hinterbliebenen Elternteiles mit dem Schwerpunkt auf der kindlichen Wahrnehmung, Copingstrategien und nötigen Hilfen für Familien in einer solchen Situation. Es wurden mit acht Kindern im Alter von 5-11 Jahren sowie sieben Müttern oder Vätern narrative Leitfadeninterviews geführt. Der Einstieg in die Kinderinterviews wurde über einen Malauftrag zu Krankheit oder Tod der Eltern gestaltet. Die Interviews wurden auf einem digitalen Tonträger aufgenommen und verbatim transkribiert, die Auswertung der Interviews erfolgte nach dem Prinzip der integrativen, texthermeneutischen Analysemethode. Hierzu wurden einzelne Codes gebildet und in übergeordnete Kategorien zusammengefasst. Die Bildanalyse erfolgte in drei Schritten: Bildbeschreibung, werkimmanente und werktranszendente Analyse.
Kinder benennen als Veränderungen, die sie durch Krankheit oder Tod eines Elternteiles an sich selbst wahrnehmen, am häufigsten öfter traurig zu sein und mehr Aufgaben zu übernehmen. Die Coping-Strategien der Kinder beinhalten die Elemente der Ablenkung und die Suche nach Nähe. Ansprechpersonen sind neben den Eltern auch andere Erwachsene, wenn zu ihnen bereits vorher eine tragfähige Beziehung bestand. Gleichaltrige spielen für Kinder nur dann eine Rolle, wenn sie selbst Trennungserfahrungen von den Eltern gemacht haben. Kinder beobachten bei beiden Eltern intensiv körperliche und psychische Veränderungen. Als einzige Sorge wurde der mögliche Tod der Mutter oder des Vaters auf Grund der Erkrankung benannt. Die hervorstechenden Merkmale des Krankenhauses sind für die Kinder „allein sein“ und „weg sein“. Auch mit schwierigen Situationen wie z.B. der Beerdigung oder Besuche am Grab erhalten sich Kinder einen verspielten Umgang. Die verstorbenen Eltern perexistieren in ihrer Vorstellungswelt.
Für Eltern ist es elementar, Zeit für sich selbst zu haben, um Krankheit oder Tod zu verarbeiten, bevor sie ihre Kinder unterstützen können. Sie sind unsicher, welche Informationen wie vermittelt werden sollen. Sie beobachten bei den Kindern verstärktes aggressives Verhalten und Rückzugstendenzen. Krankheit oder Tod haben desweiteren auf das gesamte Familiensystem starke Auswirkungen, wobei sich die Situation nach Suizid eines Elternteiles noch einmal unterscheidet. Eltern fürchten hierbei negative Folgen für die Entwicklung der Kinder mit der Neigung zu katastro-phierenden Vorstellungen. Insbesondere der Schmerz als Krankheitssymptom scheint sowohl für Kinder als auch für die betroffenen Eltern Wahrnehmung und emotionale Reaktionen auf die Erkrankung stark zu beeinflussen.


Kurzfassung in Englisch

The KASPAR study is a qualitative survey on illness and death of a parent, taking into account the perspective of the child, the sick parent and the healthy or surviving parent with a focus on the child's perceptions, coping strategies and necessary support for families in such situations.
Narrative or semi-structured interviews were carried out with eight children aged 5-11 years and seven mothers and fathers. As an introduction to the children's interviews, the children were asked to draw a picture about the illness or the death of their parents.
The interviews were recorded on digital tape and transcribed verbatim. Interview analysis was based on the integrative, hermeneutic method. First, individual codes were formed and grouped into categories. Image analysis was carried out in three steps: image description, and image immanent and image transcending analysis.

Concerning changes children perceive in themselves due to illness or death of a parent, they most often name being sad and taking on more chores. Children’s coping strategies include elements of distraction and searching for intimacy. Apart from the parents, other adults may also serve as contact persons given that a strong already exists. Peers are only relevant to children, if they also experienced separation from their parents. Children carefully observe physical and psychological changes in both parents. Possible death of mother or father due to the illness was voiced to be the sole concern. The characteristics of the hospital for children, are "being alone" and "being gone". Children also deal with difficult situations such as funerals or visits to the grave in a playful way. The deceased parents continue to exist in their imagination.

For parents, it is essential to have time to themselves to handle illness or death in order to be able to support their children. They are insecure which pieces of information to pass on and how to do so. They witness increased aggressive behavior and withdrawal tendencies in their children. Furthermore, Illness or death has affects the entire family system. However, the situation is different again after a parental suicide. Parents fear a negative influence on the development of their children even tending towards catastrophic scenarios. Pain as a symptom of illness seems to affect both children’s and parents’ perception of and emotional reaction to the illness in a particularly strong way.


SWD-Schlagwörter: Eltern , Kind , Krankheit , Tod , Sterben , Bewältigung
Freie Schlagwörter (englisch): Child , parent , dying , illness , child of impaired parents , coping
Institut: Medizinische Univ.-Klinik und Poliklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Becker, Gerhild (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.02.2011
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 30.05.2012
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