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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-86046
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8604/


Flotho, Stefanie

Coordination of policies in a monetary union - fiscal and monetary policies in dynamic stochastic general equilibrium models

Politikkoordination in einer Währungsunion - Fiskal- und Geldpolitik in dynamischen stochastischen allgemeinen Gleichgewichtsmodellen

Dokument1.pdf (884 KB) (md5sum: 58fc0c15361284dfc8122888f4182586)

Kurzfassung in Englisch

Fiscal policy has played a minor role business cycle theory for some time. The consensus prevailed that monetary policy was sufficient to stabilize an economy. But with the long lasting liquidity trap in Japan in the 1990s, the introduction of the European Monetary Union in 1999, and the recent Great Recession of 2008-2009 fiscal policy has regained more importance. With nominal interest rates near zero, or monetary policy just focusing on aggregate shocks, fiscal stimulus packages might be a better tool to boost an economy after a downturn.

Research based on the framework of New Keynesian dynamic stochastic general equilibrium (DSGE) models has already answered questions concerning the strategic interaction of fiscal and monetary policies. However, within this class of models the analysis has to be extended to the setup of a monetary union and the case that policies are not coordinated.

My dissertation fills this gap in the literature providing three theoretical papers.

The first one concentrates on solution strategies for dynamic stochastic general equilibrium models in general. Necessary steps in the solution procedure are described and literature is provided to work with this class of models in detail.

The second paper implements the solution strategies and analyzes the interaction of fiscal and monetary policy in a two-country New Keynesian model of a currency union. Two independent national governments interact strategically with a common central bank to cope with several disturbances hitting the monetary union. All policymakers decide on discretionary optimal policy. Analytical solutions to different games (simultaneous setting of instruments, leadership equilibria and full coordination) are computed. The role of spillovers between both countries is emphasized.

The third paper extends the analysis of the previous paper to the case that the monetary union is in a liquidity trap, that is, the central bank cannot react to shocks adjusting the nominal interest rate. The paper complements and extends the literature on fiscal multipliers under the zero lower bound (ZLB) constraint of the nominal interest rate. The size of the fiscal multipliers depends on the intraunion competitiveness channels. Given that the ZLB holds, it is further explored whether governments should coordinate their instruments or set them simultaneously.


Kurzfassung in Deutsch

Fiskalpolitik spielte lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle in der Konjunkturtheorie. Es herrschte im wesentlichen Konsens, daß die Geldpolitik zur Stabilisierung einer Volkswirtschaft ausreiche. Aber mit der lang anhaltenden Liquiditätsfalle in Japan während der 1990er Jahre, der Einführung der Europäischen Währungsunion 1999, und zuletzt der internationalen Finanz- und später auch Währungskrise, hat die Fiskalpoltik wieder deutlich an Bedeutung gewonnen. In einer Situation, in der die Nominalzinsen nahe Null liegen bzw. in der Geldpolitik lediglich aggregierte Schocks beachtet, erscheinen fiskalische Konjunkturpakete vielerorts als das bessere Mittel, die Wirtschaft nach einer Rezessionsphase wieder anzukurbeln.

Die Forschung hat mit Hilfe von Neukeynesianischen dynamischen stochastischen allgemeinen Gleichgewichtsmodellen (DSGE) bereits einige Fragen der Interaktion zwischen Fiskal- und Geldpolitik beantwortet. Jedoch muß innerhalb dieser Modellklasse die Analyse auch auf den Fall einer WÄhrungsunion und den Fall nichtkoordinierter Politik ausgeweitet werden.


Meine Dissertation schließt diese Lücke in der Literatur mit drei theoretischen Aufsätzen. Der erste Aufsatz bündelt allgemeine Lösungsstrategien für DSGE-Modelle. Notwendige Lösungsschritte werden ausführlich beschrieben und weitergehende Literatur vorgestellt.

Der zweite Aufsatz implementiert diese Lösungsansätze und analysiert die Interaktion von Fiskal- und Geldpolitik in einem Neu Keynesianischen Zwei-Länder-Modell einer Währungsunion. Zwei unabhängige nationale Regierungen interagieren hier strategisch mit einer gemeinsamen Zentralbank, um unterschiedliche Schocks zu stabilisieren. Alle Entscheidungsträger bestimmen über diskretionäre optimale Politik. Analytische Lösungen für verschiedene Spiele (simultaner Einsatz der Instrumente, Führungsgleichgewichte und Koordination) werden ausgerechnet, wobei die Rolle der externen Effekte zwischen den zwei Ländern betont wird.

Der dritte Aufsatz erweitert die Untersuchung des vorangehenden Aufsatzes auf den Fall einer Währungsunion in einer Liquiditätsfalle, d.h. die Zentralbank kann nicht durch Anpassung des Nominalzinses auf Schocks reagieren. Der Aufsatz ergänzt und erweitert die Literatur über Fiskalmultiplikatoren und die Nullzinsgrenze für den Nominalzins. Die Größe des Multiplikators hängt von den Wettbewerbskanälen innerhalb der Währungsunion ab. Außerdem wird untersucht, ob Regierungen ihre Politik koordinieren sollten, oder ihre Instrumente gleichzeitig setzen sollten, falls die Nullzinsgrenze bindend ist.


SWD-Schlagwörter: Fiskalpolitik , Geldpolitik , Währungsunion , Internationale Wirtschaftspolitik
Freie Schlagwörter (deutsch): Koordination , DSGE-Modelle , Nullzinsbindung
Freie Schlagwörter (englisch): Policy Coordination , DSGE-Models , Zero-Lower-Bound , Fiscal Policy , Monetary Policy
Institut: Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung
Fakultät: Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Landmann, Oliver (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.05.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 06.06.2012
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