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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-86354
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8635/


Prem, Martin

Diffusion-Tensor-Imaging bei primärer Insomnie

Diffusion tensor imaging in primary insomnia

Dokument1.pdf (2.392 KB) (md5sum: 2ac73752f903d227e54937a15f9645a1)

Kurzfassung in Deutsch

Die primäre Insomnie ist eine Schlafstörung, die durch Ein- oder Durchschlafstörungen oder einen nicht-erholsamen Schlaf gekennzeichnet ist und nicht durch eine zugrunde liegende körperliche oder psychische Erkrankung bzw. Medikamentengebrauch verursacht wird. Diffusion-Tensor-Imaging (DTI) ist ein bildgebendes Verfahren auf Grundlage der Magnetresonanztomographie, das unter anderem die Beurteilung der Integrität der weißen Hirnsubstanz erlaubt. Als Marker hierfür dient die fraktionale Anisotropie (FA), ein Wert, durch den die lokale Diffusionsfreiheit beurteilt werden kann. Die Hypothese der vorliegenden Untersuchung war, dass es bei der primären Insomnie zu Veränderungen in der weißen Substanz der Gehirne betroffener Patienten kommt, die mit Hilfe des DTI nachgewiesen werden kann. Bis dato wurde noch keine entsprechende Studie publiziert.

Es wurden im Rahmen einer größeren Untersuchung jeweils 19 nach Alter und Geschlecht gematchte Patienten und gesunde Kontrollpersonen in die Studie eingeschlossen. Alle Teilnehmer erhielten unter anderem psychometrische Untersuchungen, eine Polysomnographie und ein MRT, bei dem auch eine Sequenz mit Diffusionswichtung angewendet wurde. Die gewonnen Daten wurden mit Hilfe der Software Matlab® und dem Kit Statistical Parametric Mapping (SPM8) in einer Voxel-basierten Auswertung analysiert. Hierzu wurden die Aufnahmen der Gehirne der einzelnen Teilnehmer durch Normalisierung zur Deckungsgleichheit gebracht und alle Gewebe bis auf die weiße Substanz ausmaskiert.
Neben dem Gruppenvergleich zwischen allen Patienten und allen Kontrollpersonen wurden auch Subguppenanalysen durchgeführt, bei denen nur Männer, nur Frauen oder nur Patienten mit überdurchschnittlich hohem Score im Pittsburgh-Sleep-Quality Index (PSQI) miteinander verglichen wurden. Darüber hinaus wurden Regressionsanalysen nach den Punktzahlen in den Fragebögen Pittsburgh-Schlafqualitäts-Index (PSQI), Insomnia-Severity-Index (ISI) und Beck Depression Inventory (BDI), sowie nach der Gesamtschlafzeit bei der Polysomnographie durchgeführt.

Es zeigten sich in mehreren Analysen signifikant niedrigere FA-Werte in einzelnen Voxeln bei den Patienten mit primärer Insomnie (p ≤ 0,001). Cluster solcher signifikanter Voxel konnten im zentralen Gruppenvergleich und in der Regression nach ISI im Bereich der rechten Capsula interna gefunden werden. Letzterer erreichte auf Cluster-Level nach Korrektur des α-Fehlers (Family-wise Error) das höchste Signfikanzniveau von p = 0,204, bei einem Volumen von 77 Voxeln. Dies reicht für den Nachweis eines Zusammenhangs zwischen ISI und FA jedoch nicht aus. Die anderen Analysen zeigten Cluster z.T. in anderen Hirnregionen, jedoch mit niedrigerer Aussagekraft.

Die Ausgangshypothese konnte in dieser Studie somit weder sicher belegt, noch widerlegt werden. Insbesondere die Regression nach ISI lässt Abweichungen der FA bei Patienten mit primärer Insomnie möglich erscheinen. In jedem Fall können die Ergebnisse dieser Untersuchung zur Hypothesenbildung zukünftiger DTI-Studien zu Insomnie dienen.


Kurzfassung in Englisch

Primary insomnia, a common sleep disorder, has been investigated in this study by using diffusion tensor imaging (DTI). This technique allows to examine neuronal white matter by measuring fractional anisotropy (FA) in specific parts of the brain. We enrolled 19 patients and 19 healthy controls and aquired, among other things, diffusion weighted cranial MRI data. Aditionally, all participants were monitored in a seelp lab for two consecutive nights. Data analysis was done with SPM8. While small areas of significantly different FA have been found, especially in the intern capsule, a certain correlation could not be confirmed by the study.


SWD-Schlagwörter: Schlafstörung , NMR-Tomographie
Freie Schlagwörter (deutsch): MRT , Bildgebung , Insomnie , DTI
Freie Schlagwörter (englisch): DTI , MRI , insomnia , imaging
Institut: Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Riemann, Dieter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 09.07.2012
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