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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-87097
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8709/


Höllerhage, Katharina

Das menschliche Kontrastsehen - Vergleich zweier Testverfahren

Human contrast sensitivity - comparison of two tests

Dokument1.pdf (1.570 KB) (md5sum: bb3433d3f4c8b9b4b066ac65e688e1f4)

Kurzfassung in Deutsch

Von der Messung der Kontrastempfindlichkeit erhofft man sich einen über die Sehschärfe hinaus relevanten Informationsgewinn über das Sehvermögen im Alltag. Der Freiburg Acuity and Contrast Test (FrACT) ist ein Computerprogramm zur Messung von Kontrastempfindlichkeit, welches Landolt-Ringe nach dem best PEST-Algorithmus darbietet. Ziel der Arbeit war es, Normalwerte und Reproduzierbarkeit des FrACT zu bestimmen und ihn mit der Pelli Robson Chart, einer Buchstaben-Tafel, zu vergleichen. Dabei wurden auch der Einfluss von Visus, Alter und Beobachtungszeit auf die Kontrastempfindlichkeit untersucht.
Es wurden 86 Augen von 56 Normalpersonen und je ein Auge von 37 Kataraktpatienten untersucht. Die Normalwerte des FrACT lagen bei 1,82 (Mittelwert) ± 0,11 (sd) logCS. Die Normalwerte der Pelli Robson Chart lagen bei 1,86 ± 0,07 (sd) logCS, wenn man die in dieser Arbeit gemessenen Kontraste zugrunde legte. Laut den vom Hersteller angegebenen Kontrasten lagen sie bei 1,94 ± 0,07 (sd) logCS. Die Pelli Robson Chart war mit einem 95 %-Konfidenzintervall der Differenz von 0,15 logCS reproduzierbarer als der FrACT mit einem 95 %-Konfidenzintervall der Differenz von -0,2 bis +0,19 logCS.
Mit dem FrACT wurden unter Berücksichtigung einer fehlerhaften Kontrastdarstellung der Pelli Robson Chart durchschnittlich um 0,03 logCS niedrigere Normalwerte gemessen als mit der Pelli Robson Chart. Die Differenz zwischen den beiden Tests nahm bei niedrigeren Werten zu. Der Grund hierfür wird im unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Optotypen vermutet.
Bei Normalpersonen wurde ein signifikanter Zusammenhang des Alters und der Sehschärfe mit den Kontrastempfindlichkeitswerten des FrACT, nicht jedoch mit denen der Pelli Robson Chart festgestellt. Für den FrACT wurde außerdem ein signifikanter Einfluss der Beobachtungszeit gezeigt. In einem Zusatzversuch wurden höhere Werte erreicht, wenn Versuchspersonen dazu angehalten wurden, länger hinzusehen. Die Sensitivität und Spezifität für Katarakt waren beim FrACT höher als bei der Pelli Robson Chart.
Vorteile des FrACT sind die Unabhängigkeit vom Untersucher, die geringe Variation der
Schwierigkeitsgrade der Landolt-Ringe und deren rechnergestützte Darbietung in zufälliger Reihenfolge. Unter Beachtung der möglichen Fehlerquellen, zum Beispiel bei der Kalibrierung, stellt er deswegen eine gute Alternative zur Pelli Robson Chart dar.


Kurzfassung in Englisch

Contrast sensitivity provides information about visual function in everyday life. The Freiburg Acuity and Contrast Test (FrACT) is a computer program for measuring contrast sensitivity. It presents Landolt Rings whose contrast is determined by the Best PEST algorithm. The goal of this work was to determine normal data and repeatability of the FrACT and to compare it to the Pelli-Robson chart, a letter chart. Moreover, the influence of acuity, age and observation time on contrast sensitivity was analysed.
86 eyes of 56 normally sighted subjects and 37 eyes of 37 patients with cataract were examined. The normal values were 1.82 (mean) ± 0.11 (sd) logCS for the FrACT and 1.86 ± 0.07 logCS for the Pelli-Robson chart. This data was calculated on the basis of the actual contrasts we measured on the Pelli-Robson chart which differed from specifications given by the producer. Repeatability was better for the Pelli-Robson chart than for the FrACT (95 %-limits of agreement of test and retest: ± 0.15 logCS versus -0.02 to +0.19 logCS.)
The normal values measured with the FrACT were on average 0.03 logCS lower than the ones measured with the Pelli-Robson chart, a miscalibration of the commercial Pelli-Robon chart taken into account. The difference between the two tests was higher for lower values. The literature suggests that this is likely due to suboptimal choices for the letters in the Pelli-Robson chart.
In normal subjects we found a significant correlation between age and contrast sensitivity and acuity and contrast sensitivity for FrACT measurements, but not for Pelli-Robson chart measurements. For the FrACT a significant influence of observation time was shown. Sensitivity and specificity for cataract were higher for FrACT measurements than for Pelli-Robson chart measurements.
Advantages of the FrACT are the independence of the examiner, the lower variation in optotype difficulty and the computer-assisted presentation of optotypes in random order.


SWD-Schlagwörter: Messung , Psychophysik
Freie Schlagwörter (deutsch): Kontrastempfindlichkeit , Kontrastsehen , FrACT
Freie Schlagwörter (englisch): contrast sensitivity , FrACT
Institut: Univ.-Augenklinik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Bach, Michael (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.12.2011
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 16.08.2012
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