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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-87450
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8745/


Senn, Silke

Nutzen und Effekte von Supervision - Ergebnisse einer formativen Evaluation der Supervision am Universitätsklinikum Freiburg

Benefits and effects of clinical supervision - results of a formative evaluation of clinical supervision at the University Medical Center Freiburg

Dokument1.pdf (882 KB) (md5sum: 7e73a58e926206d99b3a8d63f7642bc0)

Kurzfassung in Deutsch

Mit zunehmender Praxisverbreitung von Supervision wächst der Bedarf an wissenschaftlicher Evaluation. An der Universitätsklinik Freiburg wurde 1990 für die klinikinternen Supervisionen eigens eine Stelle eingerichtet. Die Mitarbeiter können Supervision kostenfrei in der Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Es findet eine fortlaufende Dokumentation der Supervisionssitzungen durch die Supervisorin statt. Die vorliegende Studie untersucht die arbeitsbedingten Belastungen, die Arbeitssituation sowie mögliche Wirkfaktoren und Effekte von Supervision im Rahmen einer formativen Evaluation der Teamsupervisionen an der Universitätsklinik Freiburg. Die Datenerhebung erfolgte mittels eines sechsseitigen, in Vorstudien entwickelten Fragebogens. Es erfolgte eine deskriptive Darstellung der Daten. Korrelationen und Signifikanzniveaus wurden untersucht. Einige differentiellen Effekte wurden herausgearbeitet. Eine Faktorenanalyse wurde bei der Untersuchung verschiedener Wirkmechanismen durchgeführt. Die Untersuchung ergab, dass die Teilnehmenden insgesamt von der Supervision profitierten. Dies galt vor allem für den Themenbereich „Team“. Die Supervisanden gaben in diesem Bereich hohe Erwartungen, häufige Thematisierung, einen deutlichen Effekt und die Möglichkeit zur praktischen Umsetzung des Erarbeiteten an. Die im Einzelnen untersuchten Aspekte des Supervisionsprozesses, die Erwartung an die Supervision, die Thematisierung, die resultierende Wirkung oder auch Effekte von Supervision auf verschiedene Bereiche des Arbeitslebens, sowie die Möglichkeit zur praktischen Umsetzung, korrelieren unter einander und bedingen sich daher gegenseitig. Für eine erfolgreiche Supervision ist eine ausreichende Thematisierung der entsprechenden Problematik erforderlich. Die Supervision wirkte vor allem auf zwei Dimensionen „Konfliktlösung/-verarbeitung“ und „Verbesserung der Sicht der eigenen Rolle“. Die Teilnehmenden gaben an, dass berufliche Belastung vor allem durch die institutionellen Rahmenbedingungen und Konflikte im Team gegeben waren. Sorge bezüglich einer drohenden Arbeitslosigkeit, oder Ersetzbarkeit am Arbeitsplatz wurde nur selten angegeben. Der Vergleich der Zufriedenheit in der aktuellen Arbeitssituation, vor und nach der Supervision, zeigte eine deutliche Steigerung der Zufriedenheit nach Beendigung des Supervisionsprozesses.
Außerdem konnten einige differentielle Effekte beschrieben werden. So wirkte sich beispielsweise die Teilnahme von Vorgesetzten bzw. wichtigen Personen positiv auf die Supervisisonseffekte und die praktische Umsetzung der Supervisionsergebnisse aus.
Supervision wird allgemein als sinnvolle Maßnahme im Klinikalltag erlebt.


Kurzfassung in Englisch

As clinical supervison is increasingly implemented in clinical practice, the demand for scientific evaluation is rising. At University Medical Center Freiburg, a tertiary care teaching hospital in southern Germany, a specific center of hospital-intern supervision was implemented in 1990 . Employees can routinely access clinical supervision at no charge on the job and supervision sessions are continuously documented by the supervisor.
The present study examines variouswork related stress factors and general working conditions at University Medical Center Freiburg. In addition, the potential outcome of clinical supervision is analysed using a formative evaluation of team supervisions
under routine conditions. The data acquistion took place using a six-sided questionnaire , which was developed in precedent studies. Beside a descriptive discussion of the results, correlation coefficients were determined. Some differential effects were carved out. In a second step, a factor analysis was arranged during examination of different mechanisms of action. The analysis showed that, in general, the participants benefited from the supervision. This effect was strongest for the sector „Team“. In this sector, the supervisees declared the following aspects: high expectations, frequent thematization, a clear effect and the possibility to realize the results. The aspects that were analysed in more detail, (the expectations to supervision, the thematization, the resulting impact and effects of supervision on different category groups of working life, as well as the possibility to realize the results) were highly correlated among each other indicating that they are mutually dependent.
In summary, the results indicate that a successful supervision requires a substantial thematization of the respective problem. Supervision impacts the two dimension „conflict resolution/ handling“ and „improvement of the view of ones role“.
The participants stated that job-relatet stress was mainly caused byinstitutional frame conditions and conflicts within the team.
Fear of imminent unemployment were rarely stated by the participants. After termination of the supervision process, the present analysis showed a significant increase in personal satisfaction due to supervision. In addition some differential
effects are observed. For example the participation of superiors and/or important persons enhanced the effects of supervision and facilitated the possibility to realize the results. The present analysis underlines that supervision is a useful tool to
prevent job-related stress in clinical practice.


SWD-Schlagwörter: Formative Evaluation , Supervision , Gruppensupervision
Freie Schlagwörter (deutsch): Supervision am Krankenhaus , Effekte von Supervision , Prädiktoren für einen erfolgreichen Supervisionsprozess
Freie Schlagwörter (englisch): clinical supervision , effects of clinical supervision
Institut: Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik
Fakultät: Medizinische Fakultät / Universitätsklinikum
DDC-Sachgruppe: Medizin und Gesundheit
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Hartmann, Armin (PD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.07.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 13.09.2012
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