Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Eingang zum Volltext

Lizenz

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-87680
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8768/


Kemkes, Martin

Das römische Donaukastell Rißtissen

The Roman Danube fort Rißtissen

Dokument1.pdf (19.039 KB) (Text) (md5sum: c7ce0b2b74438ea374fa814027c740ee)
Dokument2.pdf (5.192 KB) (Katalog und Tafeln) (md5sum: e1965ab174d174b917ec7a08931abd0a)
Dokument3.pdf (1.811 KB) (Beilagen) (md5sum: 44763f748125d1dfc9730360377052e7)

Kurzfassung in Deutsch

Das römische Donaukastell Rißtissen
Das römische Kastell Rißtissen liegt rund 20 km westlich von Ulm. Es ist Bestandteil des sogenannten Donaulimes, einer Kastellkette, die zwischen ca. 40/50 und 100 n. Chr. von der römischen Armee besetzt war und die von Hüfingen im Westen bis Oberstimm im Osten reicht. Während die meisten Lager dieser Kastelllinie nur unzureichend bekannt sind, wurden im Kastell Rißtissen von 1912-1914, 1959/60 und 1967 großflächige Ausgrabungen durchgeführt.
In der vorliegenden Arbeit werden die Befunde und das gesamte Fundmaterial dieser Grabungen vollständig vorgelegt und ausgewertet, wobei die Dokumentation der Altgrabungen zwangsläufig der Detailinterpretation Grenzen setzt. Trotz gewisser Einschränkungen konnte so die Baugeschichte des Kastells, seine Funktion im Rahmen der militärischen Okkupation Süddeutschlands und seine genaue Datierung geklärt werden.
Das Kastell wurde um 50 n. Chr. gegründet und diente vor allem als Sammel- und Umschlagstation des römischen Nachschubs, worauf mehrere große Magazingebäude hinweisen. Nach den gefundenen Militaria waren hier neben Legionssoldaten auch berittene Hilfstruppen stationiert. Diese 1. Kastellphase endete mit einem Brand, der wahrscheinlich mit den Unruhen des Jahres 69/70 n. Chr. zusammenhängt. Teile des Kastells wurden dabei zerstört und nur kurze Zeit später wiedererrichtet. Um 80 n. Chr. folgten dann weitere Umbaumaßnahmen, wobei besonders das Stabsgebäude komplett neu errichtet wurde. Diese Baumaßnahmen stehen im Kontext größerer Umstrukturierungen der römischen Armee im gesamten süddeutschen Raum. Ende des 1./Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurden dann alle Militärlager an der Donau geräumt und durch eine neue Kastellkette am Neckar und auf der Schwäbischen Alb ersetzt. Im Kastell Rißtissen errichtete die Armee um 100 n. Chr. unter Einbeziehung älterer Kastellbauten nochmals ein großes Magazin, das wohl im Zusammenhang mit den Dakerkriegen des Kaisers Traian zu sehen ist. Spätestens 110 n. Chr. wurde der Militärstandort Rißtissen dann endgültig von der römischen Armee aufgegeben.


Kurzfassung in Englisch

The Roman Danube fort Rißtissen
The Roman fort of Rißtissen lies about 20 km to the west of Ulm. It is part of the so-called Danube Limes, which was occupied by the Roman army between 40/50 and 100 A.D reaching from Hüfingen in the west to Oberstimm in the east. While most forts oft he Danube Limes are known only insufficiently, large scale excavations were carried out in the fort Rißtissen between 1912 and 1914, 1959 and 1960 and in 1967.
In this study the features and the whole archaeological material of these excavations are presented and evaluated. The old excavations - due to their age – allow only a certain depth of interpretation. In spite of certain restrictions, the history of the fort’s construction, its function within the scope of the military occupation of South Germany and its exact date could be clarified.
The fort was founded around 50 A.D. and served above all as a supply station for the Roman army, which several big storage buildings and granaries attest to. The excavated Militaria show that legionary soldiers and mounted auxiliary troops were stationed here. This first phase of the fort ended with a fire, which seems to be connected to the riots of the year 69/70 A.D. Parts of the fort were destroyed, but rebuilt after just a short time. Then about 80 A.D. other rebuilding measures followed and the Principia – in particular - were newly constructed. These building measures must be seen in the broad context of the major reorganisation of the Roman army throughout the Southern German area. At the end of 1st and at the beginning of the 2nd century A.D. all Roman forts oft he Danube Limes were removed and substituted by new forts along the Neckar and on the Swabian Alb. At about 100 A.D. the army built yet another big storage building In Rißtissen using the existing fort buildings to some extent. The historical context are probably the Dacian Wars of emperor Trajan. Not later than 110 A.D. the military fortification of Rißtissen was finally given up by the Roman army.


SWD-Schlagwörter: Donaulimes , Rißtissen , Terra sigillata
Freie Schlagwörter (deutsch): Römische Armee , Magazin , Getreidespeicher , Militärausrüstung
Freie Schlagwörter (englisch): Roman army , magazine , granary , military equipment
Institut: Abt. Provinzialrömische Archäologie
Fakultät: Philosophische Fakultät IV (bis Sept. 2002)
DDC-Sachgruppe: Alte Geschichte, Archäologie
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Nuber, Hans-Ulrich (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.02.1996
Erstellungsjahr: 1996
Publikationsdatum: 27.09.2012
Indexliste