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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bsz:25-opus-87729
URL: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8772/


Nimenya, Eugène

Die politische Dimension des Heils : kirchlicher Einsatz für den Menschen in der politischen Gemeinschaft, unter besonderer Berücksichtigung von Burundi

The political dimension of salvation : the church's involvement for the people in the political community, with special consideration to Burundi

Dokument1.pdf (2.243 KB) (md5sum: 7373e95c0817160c9425c6b8df65a533)

Kurzfassung in Deutsch

Das Heil der Menschen ist die Herzmitte der christlichen Botschaft und die „Raison d’être“ der Kirche. Dieses Heil wurde und wird noch von manchen Gläubigen auf das Seelenheil oder auf die Sündenerlösung reduziert. Das wahre Heil betrifft dennoch nicht nur einen Teil des Menschen (die Seele), sondern den ganzen Menschen. Darum muss das Heil das konkrete Leben des Menschen auf der Erde bzw. in der Gesellschaft prägen. Dies bedeutet aber, dass das Heil immer etwas zu tun hat mit der Organisation der Gesellschaft zugunsten des Menschen. In anderen Worten hat das Heil immer etwas mit der Politik zu tun.
Diese Behauptung ist aber im kirchlichen Milieu nicht selten umstritten. Darum versucht der Autor im ersten Teil seiner Dissertation die Richtigkeit dieser Behauptung biblisch zu begründen. Dafür findet er Argumente in der Eschatologie und im Messianismus des Alten Testaments sowie in der Lehre und im Verhalten Jesu im Neuen Testament.
Nachdem er dies begründet zu haben glaubt, versucht er im zweiten Teil der Arbeit zu verstehen, warum und wie es zu der Trennung von Kirche und Politik kam. Hier erforscht er, warum und wie die Urkirche den Messianisus Jesu für unpolitisch betrachtet hat und welche Konsequenzen für den politischen Einsatz der Kirche für den Menschen in der Gemeinschaft diese Betrachtung gehabt hat.
Dies macht er, indem er die Beziehungen zwischen Kirche und Staat vom Anfang bis zur Enzyklika „Rerum Novarum“ untersucht.
Diese wurden weniger vom Bemühen um das Wohlergehen des Menschen in Staat und Gesellschaft geprägt als vom Kampf um die Vormacht. Der Mensch in seiner gesellschaftlichen Dimension (als das von der Willkür des Staates zu befreiende Individuum) blieb im Hintergrund. Das heißt aber nicht, dass sich die Kirche für den Menschen in einer anderen Form nicht eingesetzt hat. Denn durch ihre Diakonie hat sie den Schwachen in der Gesellschaft auf einer bahnbrechenden Weise beigestanden.
Dennoch reicht der karitative Beistand nicht, um das Elend in der Gesellschaft zu verbannen. Die Gestaltung der Gesellschaft spielt für das Wohlergehen des Menschen eine unentbehrliche Rolle. Dort, wo falsche, egoistische, diskriminierende politische oder wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, da muss auch der Einsatz der Kirche ansetzen. Die Kirche hat diese politische Form ihres Einsatzes für den Menschen langsam verstanden und ab der Enzyklika „Rerum Novarum“ in die Tat umgesetzt.
Der Autor untersucht sodann diesen Paradigmenwechsel im Verhalten der Kirche zur Politik im dritten Teil und stellt fest, dass trotz dieser neuen Form des kirchlichen Engagements für den Menschen in der Gesellschaft, das Thema Politik und Kirche für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit bleibt. Darum versucht er, den politischen Einsatz der Kirche für den Menschen zu begründen als einen Bestandteil ihrer Verkündigung des Heils für jeden Menschen.
Dieses politische Engagement der Kirche in der Gemeinschaft findet der Autor für seine eigene Heimat Burundi unentbehrlich. Denn dieses Land ist seit mehr als fünfzig Jahren in blutigen ethnischen Konflikten verwickelt, die nicht enden wollen. Die Kirche kann dort einen wertvollen Beitrag zur Lösung des ethnischen Problems leisten, was er wiederum im letzten Kapitel der Arbeit begründet.





Kurzfassung in Englisch

The salvation of the people is the central message of the Christian proclamation and the „raison d'être“ of the Church. This salvation was and is reduced still today per many believers to the only salvation of the soul or the redemption of the sin. However, true salvation does not relate to only part of the person but all the person. For this reason salvation must be concerned with concrete life of the people in the society. This means however, that salvation has always something to make with the organization of the society to the profit of the people. In other words, salvation has always something to make with politics.
This assertion is however often discussed. This is why the author tries biblically to show in the first part of his work the veracity of this assertion. For that he finds the arguments in the eschatology and the messianism of the old Testament like in the teaching and the behavior of Jesus in the new Testament.
After having tried to show that, the author tries to understand in the second part of his work, why and how one arrived at the separation of the Church and politics. Here the author try to understand why and how the Early Church considered that the messianism of Jesus was not political and which are the consequences of this apolitical interpretation on the political commitment of the Church for the people in the society. He does it by studying the church-State relations since the Early Church until Rerum Novarum.
These relations were marked more by the Fight for supremacy of one or the other between the two rather than by the concern for the wellbeing of the people in the State and the society. The people was in his social dimension (like individual to be protected or release from arbitrary from the State) remained on the background. That does not want to say however that the Church abstained from any help for the people in another form. Indeed, it assisted weak people through her diakonia.
However the charitable assistance is not enough to eradicate misery in the society. The organization of the society plays an inalienable part for the wellbeing of the people. It is where the political or economical decisions false, egoistic, discriminatory are made, that the Church must engage its intervention. The Church slowly understood this new Form of intervention (political) and started since the encyclical Rerum Novarum to apply it.
The author then studies in the third part of work this change of paradigms in the church-State relations and notes that in spite of this new shape of commitment of the Church for the people (this political commitment), the politics and the Church remains for many people an unacceptable topic. This is why he tries to show why the Church must also intervene in politics and why that should be regarded as a form of the proclamation of the Gospel of the salvation for the people.
The author finds this political commitment of the Church for the people in the society very necessary for his country Burundi. Because this country has been for more than fifty years in a bloody ethnic conflict which does not know end. The Church is in position to contribute to the resolution of this conflict in a decisive way. The author gives here the reasons which push him to carry this hope.


SWD-Schlagwörter: Ecclesia Catholica , Politik
Freie Schlagwörter (englisch): Catholic Church , Politics
Institut: Institut für Systematische Theologie
Fakultät: Theologische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Christliche Theologie, Christentum
Dokumentart: Dissertation
Erstgutachter: Walter, Peter (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.07.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 28.09.2012
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